Wirtschaft

Arbeitsmarkt Zahl sinkt erstmals seit 14 Jahren wieder

Weniger Erwerbstätige durch Corona

Archivartikel

Wiesbaden.Nach 14 Jahren Wachstum ist im Corona-Jahr 2020 die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erstmals wieder zurückgegangen. 44,8 Millionen Menschen hatten im Jahresschnitt im Inland einen Arbeitsplatz oder waren selbstständig, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 477 000 Personen (1,1 Prozent) weniger als 2019 und auch 0,2 Prozent weniger als 2018. Die Zahl der Erwerbslosen kletterte in der Jahresfrist deutlich um 34,5 Prozent auf 1,85 Millionen.

Noch deutlicher als in den Vorjahren ging die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen auf nun 4,0 Millionen zurück. Der Statistik zufolge gingen insbesondere schlecht gesicherte Jobs verloren, während die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten häufig in Kurzarbeit geschickt wurden.

Rückgänge in der Industrie

Bei den Dienstleistungen sank die Zahl der Beschäftigten besonders stark im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 2,0 Prozent sowie bei industrienahen Dienstleistern (-2,5 Prozent) einschließlich der Leiharbeit. Zusätzliche Jobs gab es hingegen im Öffentlichen Dienst, bei Erziehung und Gesundheit. In der Industrie sank die Zahl der Erwerbstätigen in der Krise um 2,3 Prozent auf rund 8,2 Millionen. Lichtblick war hier das Baugewerbe mit einem Anstieg um 0,7 Prozent.

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hält die Entwicklung der Erwerbstätigkeit nicht für überraschend. „Das ist die Folge des Lockdowns im Frühjahr“, sagte er. Die Konjunktur habe sich halbwegs erholt, die Erwerbstätigkeit sei im Keller geblieben. 

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