Wirtschaft

Creditreform Zahl der Pleiten sinkt im ersten Halbjahr

Weniger Insolvenzen

Archivartikel

Düsseldorf.Deutschland droht nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform „eine Insolvenzwelle von bisher nicht gekanntem Ausmaß“, falls sich die Wirtschaft nicht rasch von dem durch die Corona-Pandemie ausgelösten Konjunktureinbruch erholt. Nach Meinung vieler Fachleute könne es einen Anstieg der Firmenpleiten um bis zu 20 Prozent geben, sagte der Hauptgeschäftsführer von Creditreform, Volker Ulbricht, am Montag in Düsseldorf.

Im ersten Halbjahr 2020 verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Bundesrepublik trotz Corona allerdings überraschend noch einmal kräftig um 8,2 Prozent auf 8900 Fälle. Das Insolvenzgeschehen habe sich damit von der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen abgekoppelt, betonte Ulbricht.

Gründe seien die milliardenschweren staatlichen Hilfen für von Corona geschädigte Unternehmen und noch mehr die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende September. Die Maßnahmen seien offenbar in ihrer Wirkung über das Ziel hinausgeschossen und hätten auch einigen Firmen den Gang zum Insolvenzgericht erspart, die schon vor der Krise pleitegefährdet gewesen seien. 

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