Wirtschaft

Personalie Nach 18 Jahren Wechsel an der Spitze der Dienstleistungsgewerkschaft / Bundeskongress wählt neuen Vorsitzenden mit überzeugendem Ergebnis

Werneke löst Bsirske als Verdi-Chef ab

Archivartikel

Leipzig.Zeitenwende bei Verdi: Frank Werneke ist in Leipzig zum Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Frank Bsirske gewählt worden. Die knapp 1000 Delegierten des Verdi-Bundeskongresses wählten Werneke mit einem überzeugenden Ergebnis von 92,7 Prozent der Stimmen. Bsirske stand 18 Jahre an der Spitze der Dienstleistungsgewerkschaft und trat mit 67 Jahren nicht erneut an.

Der 52-jährige Werneke stellte sich in einer kämpferischen Rede vor. Er ist seit 17 Jahren stellvertretender Verdi-Chef und war bisher unter anderem für die Finanzen der 1,97 Millionen Mitglieder zählenden Gewerkschaft verantwortlich.

Werneke erinnerte daran, dass er seit seiner Zeit als Azubi gewerkschaftlich aktiv gewesen sei. „Ich bin stolz und mit Stolz Gewerkschafter, weil ich ganz persönlich erlebt und erfahren habe, dass durch gemeinsames Handeln, dass durch gemeinsame Kämpfe die Arroganz der Macht überwunden und gebrochen werden kann“, sagte er. Er sprach sich für einen aktiven Sozialstaat aus und kritisierte die Privatisierung in der Altenpflege. „Wir wollen Profitgier durch Gemeinwohl ersetzen“, versprach Werneke. „Deshalb wollen wir Reichtum endlich angemessen besteuern, um bessere Renten zu finanzieren und mehr Verteilungsgerechtigkeit durchzusetzen.“

Bereits 2015 hatte der Langzeitvorsitzende Bsirske seinen Rückzug für dieses Jahr angekündigt. Er wurde bekannt als streitbarer Streikführer im öffentlichen Dienst, schreckte vor klassenkämpferischen Tönen nicht zurück und vertritt linke Positionen.

Werneke ist öffentlich bisher wenig aufgefallen. Er ist bereits seit 1982 SPD-Mitglied. Inhaltlich war Werneke für den Medienbereich zuständig. Aufgewachsen ist Werneke in der Kleinstadt Schloß Holte-Stukenbrock nahe Bielefeld. Er machte einen Realschulabschluss sowie eine Ausbildung als Druckvorlagenhersteller. 1993 wurde er Bundessekretär der damaligen IG Medien. dpa

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