Wirtschaft

Energie Baden-Württemberg Zwei neue Nordsee-Anlagen in Betrieb / Konzern hält an Ertragszielen fest

Windkraft beflügelt EnBW-Ergebnis

Karlsruhe.Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) konnte bisher den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie trotzen: Obwohl der Umsatz im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zurückging, stieg das operative Ergebnis um 24 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Den Sprung führte Finanzchef Thomas Kusterer auf den starken Zuwachs bei den erneuerbaren Energien zurück. Durch die Inbetriebnahme der Nordsee-Windparks Hohe See und Albatros sowie Zukäufe habe sich das Ergebnis in diesem Bereich auf 426 Millionen verdoppelt. Auch bessere Windverhältnisse hätten dazu beigetragen. Die Zahlen seien eine Bestätigung der langfristigen Strategie. Bis 2025 will die EnBW die Hälfte ihres Stroms aus Sonne, Wind und Wasser gewinnen.

Forderungsausfälle befürchtet

Für das Gesamtjahr rechnet Kusterer unverändert mit einem operativen Ergebnis zwischen 2,75 und 2,9 Milliarden Euro. Das wäre ein Anstieg um 13 bis 19 Prozent gegenüber 2019. Dabei geht er davon aus, dass der EnBW ab Herbst durch Insolvenzen kleinerer Firmen Einnahmen wegbrechen: „Das kann zu größeren Forderungsausfällen führen.“ Dagegen sei die EnBW durch corona-bedingte Produktionsstillstände in der Industrie nicht betroffen gewesen. Aus dem Geschäft mit Großkunden hat sich der Karlsruher Konzern schon länger zurückgezogen. Als Erfolg bewertete Kusterer den Verkauf der 28,8 Prozent Anteile an der Mannheimer MVV Energie AG. Er sprach von einem „attraktiven Preis“.

Die EnBW hat in diesem Jahr ihren Personalbestand deutlich ausgebaut. Zur Jahresmitte waren es 23 685 Mitarbeiter, 5,3 Prozent mehr als 2019. Zusätzliches Personal sei für den Ausbau der neuen Wachstumsfelder notwendig und im Geschäftsbereich Netze. Mit Hochdruck werde am Ausbau der Schnellladesäulen für E-Autos gearbeitet.

Kritisch bewertete Kusterer den Windkraftausbau in Baden-Württemberg. „Wir hätten die Möglichkeiten und würden gerne mehr machen“, sagte er. Aber die Genehmigungszeiten seien mit mehr als fünf Jahren für neue Anlagen im Südwesten noch länger als sonst in der Republik. pre

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