Wirtschaft

Air Berlin Vorstandschef geht vorzeitig und mit weniger Gehalt

Winkelmann verzichtet

Archivartikel

Berlin.Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann verlässt nach einigem Hin und Her doch vorzeitig die insolvente Fluggesellschaft. Der 58-Jährige und Insolvenzverwalter Lucas Flöther lösten den Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen zum Jahresende auf, wie Flöther gestern mitteilte. Laut Vertrag hätte Winkelmann bis 2021 im Amt bleiben sollen.

Air Berlin wird nach Einschätzung der Insolvenzverwaltung frühestens in zehn Jahren komplett verschwinden. Derzeit arbeiten noch mehr als 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen und unterstützen bei der Abwicklung. Winkelmanns Gehaltsansprüche von bis zu 4,5 Millionen Euro waren über eine Bankgarantie bis 2021 gesichert.

Dieser Fakt hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Mit dem vorzeitigen Ausscheiden verzichtet er auf einen Teil dieser Ansprüche. Das komme den Gläubigern von Air Berlin zugute, erklärte Flöther. Auf wie viel Gehalt Winkelmann verzichtet, wollte der Insolvenzverwalter mit Verweis auf das vereinbarte Stillschweigen nicht sagen.

Ein Ersatz für Winkelmann ist nicht nötig. Die Entscheidungsgewalt liegt seit der Insolvenz rechtlich gesehen komplett bei Verwalter Flöther. Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet und im Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Große Teile gingen an den Konkurrenten Lufthansa.