Wirtschaft

Dienstleistungen Unternehmen nimmt Paketpreis-Erhöhung ab Mai wieder zurück / Reaktion auf Verfahren der Bundesnetzagentur

„Ziemliche Klatsche für die Post“

Archivartikel

Bonn.Die Post hat ihre Paketpreise erhöht – und nun schon wieder gesenkt. Ab dem 1. Mai soll alles wieder sein wie bisher, das heißt, wie bis vor rund einem Monat – so die Nachricht der Deutschen Post am Mittwoch, die selbst Kenner der Branche überraschte. Wer das Hin und Her verstehen will, muss etwas tiefer hineinblicken in einen Konflikt zwischen der Bundesnetzagentur und dem Bonner Konzern.

Rund 70 Prozent Marktanteil

Denn eine der Aufgaben der Regulierungsbehörde ist es aufzupassen, dass der gelbe Riese in seiner marktbeherrschenden Position nicht übermütig wird. Allen Bedenken zum Trotz hatte die Post jedoch zum Jahreswechsel von Privatkunden mehr Geld für das Verschicken von Paketen verlangt. Personal und Transport würden schließlich nicht billiger, so die Begründung.

Nun also der Rückwärtssalto. „Das ist schon eine ziemliche Klatsche für die Post“, meint der wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben. Die Post beugt sich mit ihrer Ankündigung nämlich dem Druck der Netzagentur, die in der vergangenen Woche offiziell ein Verfahren gegen den Konzern eröffnet hat, weil sie die neuen Preise für zu hoch hielt. Sie würden die tatsächlich anfallenden Kosten übersteigen – und könnten deshalb im Sinne des Wettbewerbs nicht verlangt werden.

Auf dem Paketmarkt hat die Post einen Marktanteil von rund 70 Prozent, Wettbewerber sind etwa Hermes oder DPD. Das Verfahren sei nun „gegenstandslos“ und werde eingestellt, sagte ein Sprecher der Netzagentur. Die Kehrtwende der Post sei jedoch kein Eingeständnis des Unrechts, sondern reiner Pragmatismus: „Wenn wir das Verfahren zu Ende geführt hätten, hätte es noch Jahre gedauert, bis wir eine Entscheidung bekommen hätten“, sagte ein Post-Sprecher. „Selbst wenn wir das inhaltlich anders bewerten, sollten wir nicht unnötig Zeit und Kosten investieren.“

Im Schnitt verlangt die Post seit Januar rund drei Prozent mehr für die Sendungen ihrer Kunden: Der Preis für ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen innerhalb Deutschlands wurde von 4,50 Euro auf 4,79 Euro angehoben.

Kritik an Online-Rabatt

Ein besonderer Dorn im Auge war der Netzagentur auch, dass Kunden, die ihre Päckchen online frankieren, deutlich günstiger wegkamen als jene am Schalter. Diesen Unterschied gab es schon zuvor und wird es somit auch weiter geben, allerdings in schwächerer Form. dpa

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