Wirtschaft

Konjunktur Industriepräsident befürchtet Stagnation

Zuversicht schwindet zunehmend

Archivartikel

Berlin.In der deutschen Wirtschaft schwindet die Zuversicht, dass es bei einem kurzen Dämpfer für die Konjunktur bleibt. Industriepräsident Dieter Kempf fürchtet, dass das Wachstum der größten Volkswirtschaft Europas sogar auf Null absackt, sollten die Briten Ende Oktober in einem Chaos-Brexit ohne Abkommen aus der EU aussteigen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagt in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ indes: „Aber ich sehe keinen Grund, in Panik zu verfallen“.

Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), sagte: „Die Unsicherheiten in der Wirtschaft sind weiter groß, vor allem wegen internationaler Handelskonflikte und des Brexits. Die Auftragseingänge und die Industrieproduktion gehen zurück, die Unternehmen investieren weniger. Wir erwarten in diesem Jahr ein Wachstum von höchstens 0,5 Prozent. Im Falle eines harten Brexit Ende Oktober droht das Wachstum in Richtung Null zu gehen.“

Derweil wird die Arbeitslosigkeit in Deutschland auch im August weiter steigen. Eine dpa-Umfrage unter Volkswirten großer deutscher Finanzinstitute hat ergeben, dass die meisten Experten mit einem Anstieg um rund 35 000 auf etwa 2,310 Millionen rechnen. Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz, geht davon aus, dass für das Gesamtjahr ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2018 zu Buche stehen wird. Damit gäbe es erstmals seit 2013 keinen Rückgang. dpa

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