Wirtschaft

Umwelt BUND gegen weitere Genehmigung

Zwist um Abwässer des GKM

Archivartikel

Mannheim.Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Umweltorganisation Client Earth sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung dagegen aus, dem Grosskraftwerk Mannheim (GKM) weiterhin die Einleitung von mit Quecksilber belasteten Abwässern in den Rhein zu genehmigen. Das GKM hat beim Regierungspräsidium Karlsruhe einen Antrag auf Erteilung einer neuen wasserrechtlichen Erlaubnis gestellt. Die bestehende Erlaubnis läuft Ende dieses Jahres aus.

„Richtig skandalös“

In ihrer beim Regierungspräsidium eingereichten Einwendung lehnen BUND Baden-Württemberg und Client Earth den Antrag des GKM ab. „Dass das Kraftwerk, das zu knapp der Hälfte der öffentlichen Hand gehört, nun – trotz Energiewende und Kohleausstieg – weiter auf Kohle setzt und weiter giftiges Quecksilber in den Rhein einleiten will, ist dreist“, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch laut einer Pressemitteilung. „Richtig skandalös ist, dass die Betreiber veraltete – aber natürlich billige – Filtertechnik einsetzen wollen“, ergänzte sie.

Das GKM erklärte auf Anfrage, dass in den Rhein eingeleitete Abwässer zuvor aufwendig gereinigt würden. Alle geltenden Grenzwerte sowie künftigen, verschärften Grenzwerte der neuen Abwasserverordnung (BVT) werden der Stellungnahme zufolge „zu jeder Zeit strikt eingehalten“. Das GKM verwies darauf, dass eine zusätzliche Filteranlage installiert werde, die auch ungelöste Quecksilberanteile zurückhalte. In Abstimmung mit der Behörde sei die genehmigte Abwassermenge von 37 Kubikmeter pro Stunde auf 30 Kubikmeter reduziert worden – Grund sei die Stilllegung der Kraftwerksblöcke 3 und 4 im Jahr 2015, teilte das GKM weiter mit. 

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