Wirtschaftsmorgen

Auf dem Weg zum Akteur mit überregionaler Bedeutung

Archivartikel

Zuweilen tut es ja gut, sich der Anfänge zu erinnern, um zu ermessen, was erreicht worden ist. Bei der Familienheim Rhein-Neckar liegen diese im Jahre 1947. Damals riefen 29 dem katholischen Milieu nahestehende Männer aus dem früheren Landkreis Mannheim eine Baugenossenschaft ins Leben, um nach den Zerstörungen des Krieges neuen Wohnraum zu schaffen. Ihr erster Haustyp kostete 7000 der im Juni 1948 eingeführten neuen D-Mark, maß ganze 81 Quadratmeter und bot dennoch zuweilen bis zu 18 Menschen Wohnraum.

Eine weitere Zäsur erfolgte 1974. Damals trat der der Kaufmann und Betriebswirt Gerhard A. Burkhardt (Bild) in die Geschäftsführung des Unternehmens mit erst zehn Mitarbeitern ein, das damals vor allem "mit Idealismus und Gottvertrauen geführt" wurde, wie es Burkhardt schmunzelnd formuliert. 1983 wurde er Vorsitzender des Vorstandes.

In den Jahrzehnten seither wurde aus dem bedächtigen Häuslebauer Familienheim ein moderner Dienstleister rund ums Wohnen mit 60 Mitarbeitern, über 250 Millionen Euro Bilanzsumme und 5000 Wohneinheiten in seinem Bestand.

Und die Expansion geht weiter. In jüngster Zeit erwarb die Familienheim drei Unternehmen, die bereits ihren Sitz in Mannheim haben, aber bundesweit aktiv sind:

n BfW: Die Bank für Wohnungswirtschaft sieht sich als kleine, aber solide Vollbank, die sich auf Kredite für Wohneigentum spezialisiert hat - derzeit mit einem Volumen von 45 Millionen Euro. Mit ihren 7000 Kunden bringt sie es auf eine Bilanzsumme von 91 Millionen Euro, die seit 2013 zur Familienheim-Unternehmensgruppe gehört.

n Treubau: Das Unternehmen mit 220 Mitarbeitern und 15 Millionen Euro Umsatz ist vor allem in der Verwaltung von Wohneigentum aktiv und hat 55 000 Einheiten unter seinen Fittichen, als bekannteste Immobilie in Mannheim das Hochhaus Collini-Center mit über 500 Wohneinheiten. Die Übernahme der Treubau 2013 stärkte die Kompetenz der Familienheim in den Bereichen Eigentums-, Miet- und Immobilienverwaltung sowie Abrechnungsservice.

n Treureal: Die jüngste Erwerbung der Familienheim vor wenigen Wochen zählt 65 000 Wohneinheiten und 2,5 Millionen Quadratmeter Gewerbeflächen in ihrer Verwaltung und steht nach eigener Aussage in diesem Bereich an der Spitze in ganz Deutschland. Treureal bringt damit vor allem Know How in Sachen Gewerbeimmobilien und im Bereich Immobilien-Dienstleistungen, vom Hausmeister bis zum Handwerker. Die 794 Mitarbeiter erwirtschaften 34 Millionen Euro Jahresumsatz.

Mit diesen Neuerwerbungen ist die Familienheim zu einer Unternehmensgruppe mit über 1000 Mitarbeitern, mehr als 100 000 Wohneinheiten und über 2,5 Millionen Quadratmetern Gewerbefläche geworden. Addiert man die Kerndaten dieser nunmehr vier Stützen der Unternehmensgruppe, so kommt ein Jahresumsatz von fast 85 Millionen Euro und eine Bilanzsumme von fast 350 Millionen Euro zusammen.

Das Ziel dieser strategischen Ausrichtung ist klar: Die Weiterentwicklung der bisherigen Genossenschaft mit ihrem Kernprodukt Wohneigentum zu einem ganzheitlichen Dienstleister der Immobilienwirtschaft. Das soll Aktivitäten in verschiedenen Marktbereichen ermöglichen, neudeutsch Risikodiversifikation genannt, aber auch Synergieeffekte bei den Dienstleistungen und damit eine gesicherte Rendite.

Und die sei, so betont Gerhard Burkhardt, für ein Immobilienunternehmen gerade angesichts der aktuellen Tiefzinsphase überlebenswichtig - auch und vor allem im Interesse seiner Mieter und Wohneigentümer. (Bild: Familienheim)