Wirtschaftsmorgen

Darth Vader zum Kaffee

Archivartikel

Puderzucker, Schokoguss, bunte Perlen oder Streusel, dazu ein paar Kerzen - so kennt man Kuchendekorationen noch von Geburtstagen aus der eigenen Kindheit. Immerhin war das meistens rasch erledigt, mangels Alternativen fiel die Dekoration häufig aber recht eintönig aus. Wer es aufwendig und ausgefallen wollte, musste lange nach den Zutaten suchen oder besser gleich einen Konditor beauftragen.

Inzwischen ist das Sortiment an Produkten, mit denen man selbst gebackene Kuchen und Torten zu Hause verzieren kann, deutlich gewachsen. Hergestellt werden solche Dekoartikel unter anderem von der Firma Dekoback aus Reichartshausen im Rhein-Neckar-Kreis.

Sascha Hohl ist einer der drei Geschäftsführer des jungen Unternehmens. Er hält einen Muffin in der Hand, der in ein Papierförmchen mit Star-Wars-Motiven eingehüllt ist. Außerdem steckt eine Figur aus der beliebten Science-Fiction-Reihe in dem kleinen Kuchen.

Für größere Backwaren kann die Verzierung um Zucker-Streudekor aus Darth-Vader-Köpfen oder eine dreidimensionale Figur mit einer Kerze als Schwert erweitert werden. Je nach persönlichen Vorlieben kann sich etwa auch Spiderman über den Kuchen hangeln - oder Mickey Mouse von dort entgegenlächeln. "Wir haben mit allen großen Lizenzgebern weltweit Verträge", sagt Hohl. Gerade erst seien laufende Kontrakte wieder verlängert worden.

Was früher nur in hoher Stückzahl für Großverbraucher erhältlich war, gibt es inzwischen auch im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Anfangs kaufte Dekoback die Großpackungen - Tortenaufleger gab es nur im Zwölferpack - und vereinzelte sie. Dazu entwarf sie selbst die Verpackung. "Das war schon ein Wagnis, doch wir haben es gestemmt", blickt Geschäftsführer Hohl auf die Anfänge des vor sechs Jahren gegründeten Unternehmens zurück. Unterstützend hinzu kam der Trend zu Do-it-yourself - also dem "Selbermachen" - im heimischen Haushalt. "So wird Backen zum Erlebnis für die ganze Familie und am Ende kann man stolz auf das Ergebnis blicken", so Hohl.

Im Sortiment hat Dekoback unter anderem auch Fondant, eine weiche, elastische Einschlagmasse auf Zuckerbasis, die meist auf (mehrstöckigen) Hochzeitstorten verwendet wird. Ob weiß oder bunt, neutral oder mit Schokoladengeschmack, lassen sich damit Kuchen "verhüllen" und Figuren formen. Fehlt es an Ideen zur Umsetzung, führt ein QR-Code auf der Verpackung zum Youtube-Kanal von "Sallys Welt", auf dem anhand von Videos die Verwendung erläutert wird.

Zu den ausgefallenen Dekorationen gehört beispielsweise ein (essbarer) Tortenleger im Design eines Fußballfeldes sowie fünf Spielerfiguren und Tore. Eine als Blüte gestaltete rosa Tortenfontäne liefert das "Komplettpaket": Entzündet man die Blüte, sprüht zunächst eine Fontäne, welche die Blütenblätter aufgehen lässt und die darauf befestigten Kerzen entzündet. Die Blüte beginnt zu rotieren und spielt gleichzeitig "Happy Birthday".

Neben essbaren Artikeln hat Dekoback auch nicht-essbare Produkte im Sortiment. Diese seien aber durchgehend lebensmittelecht, so Geschäftsführer Hohl. Für die Produzenten, die sich auf die ganze Welt verteilen, würden strenge Auflagen gelten.

Das Qualitätsmanagement des Unternehmens ist in Reichartshausen angesiedelt. Dort nutzt Deko-back Flächen für Lager, Verpackung und Versand auf etwa 5000 Quadratmetern. Von dort aus liefert das Unternehmen seine Produkte an die großen Einzel- und Versandhändler.

Das Sortiment, das Dekoback vertreibt, wird ständig erweitert. So flattern seit diesem Jahr auf Oblatenpapier gedruckte Schmetterlinge herbei oder veredeln essbare Diamanten die Backwaren. Für das nächste Jahr stehen die Neuheiten schon fest - und auch für die folgenden Jahre mangelt es dem Team nach eigenen Angaben nicht an Ideen. Nur darüber sprechen möchte Hohl nicht, genauso wenig wie über den Umsatz des Unternehmens.