Wirtschaftsmorgen

Ein Magazin rund ums Bier und seine Macher

Archivartikel

Der auf Weinpublikationen spezialisierte Meininger Verlag aus Neustadt widmet sich mit seinem neuen Magazin "Craft" Trends und Entwicklungen auf dem Bier-Markt. Von Christian Schall

"Weinwirtschaft", "Der Deutsche Weinbau", "Meiningers Weinwelt" - die Publikationen des Meininger Verlags aus Neustadt an der Weinstraße waren thematisch bislang fast ausschließlich auf Wein bezogen. Vom Reben- zum Gerstensaft könnte man den Weg bezeichnen, den Meininger nun seit etwa einem halben Jahr bestreitet. Im Mai erschien erstmals das neue Magazin "Craft - Magazin für Bierkultur". Jetzt, am 6. November, kommt die dritte Ausgabe in die Zeitschriftenläden.

"Wir wollten ein Magazin für genussaffine Menschen, die sich für Bier interessieren", erklärt Chefredakteur Dirk Omlor. Das ABC des Bieres oder eine Erklärung der Bier-Stile dürfen Leser von "Craft" nicht erwarten. "Es geht um Menschen, Typen, verrückte Themen und Infotainment rund um das Bier", so Omlor, der diplomierter Brauwesen-Ingenieur und Biersommelier ist. Beim "Meiningers Craft Beer Award", der an den Wein-Wettbewerb "Mundus Vini" angelehnt ist, leitet er die Verkostungen.

Als Redakteur der im gleichen Verlag erscheinenden "Getränke-Zeitung" und "Fizzz" hat er seit etwa 13 Jahren mit Bieren zu tun. Als vor zwei Jahren der Craft-Bier-Trend aufkam, produzierte Meininger dazu eine Beilage, die zweimal im Jahr verschiedenen Verlagstiteln beilag. Aus diesem Vorläufer ist "Craft" letztlich entstanden. "Die Beilage lief sehr erfolgreich", so der Chefredakteur. Viele Händler seien auf den Verlag zugekommen, so dass Meininger letztlich entschied: "Wir machen ein eigenes Magazin."

Gemeinsam erarbeiteten Verlag und Redaktion ein Konzept, bei dem am Ende ein Magazin "rund um das Thema Bier und seine Macher" stand. So erreiche man eine breitere Zielgruppe, als wenn man sich allein auf das Thema Craft-Bier beschränke, erklärt Omlor. Nichtsdestoweniger ist er davon überzeugt, dass der Trend der Craft Biere erst am Anfang ist. Die Besonderheit dieser Biere liege darin, "dass sie ein Geschmacksprofil haben, das deutlich von den Massenbieren abweicht".

Drei Redakteure und weitere freie Autoren arbeiten daran, dass ein mehr als 100 Seiten umfassendes Magazin entsteht. Porträts über bekannte und weniger populäre Marken aus aller Welt sind darin genauso zu finden wie die Bedeutung des Malzes für den Geschmack, die Herausforderung fassgebrauter Biere, Zahlen und Fakten, etwa über Bierdeckel, Ergebnisse von Bierverkostungen oder Tests von Onlineshops. "Uns liegt daran, positiv über das Thema Bier zu berichten", fasst Omlor zusammen.

Viermal jährlich wird "Craft - Magazin für Bierkultur" erscheinen. Im Einzelverkauf ist es bei Zeitschriftenhändlern in Bahnhöfen und Flughäfen erhältlich. Mit einer Auflage von 20 000 Exemplaren ist das Magazin gestartet. Schon jetzt ist klar, dass die Zahl im nächsten Jahr erhöht wird. Um wie viel will Meininger entscheiden, wenn erste Auswertungen vorliegen. Doch bisher ist der Verlag "sehr zufrieden", sagt Omlor. Mehr als 1000 Einzelabos seien verkauft, mit steigender Tendenz. "Craft" hat auf dem Zeitschriftenmarkt eine Alleinstellung - sehr zu Omlors Geschmack.