Wirtschaftsmorgen

Gebäude erhalten digitalen Zwilling

Archivartikel

Eine Software soll Bauwerke nachbilden – und etwa dabei helfen, die Energieeffizienz zu steigern und Kosten zu sparen. Auf das Projekt, das von der Europäischen Union gefördert wird, setzt jetzt der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF. Von Karin Urich

Digitale Technik spielt für die BASF bei Bauvorhaben inzwischen eine wichtige Rolle. Der Chemiekonzern mit Hauptsitz in Ludwigshafen ist seit Mai dieses Jahres Partner des Projektes „Sphere“ der Europäischen Union. Ziel dieses Vorhabens ist es, ein Computerprogramm zu entwickeln, mit dem Gebäude virtuell nachgebildet werden können, um so ihre Energieeffizienz zu steigern, Baukosten zu senken und die Lebensdauer der Gebäude zu verlängern.

Die BASF konzentriert sich dabei vor allem auf sogenannte Master Builders Solutions, also auf hoch entwickelte chemische Lösungen für Neubau, Instandhaltung, Reparatur und Renovierung von Bauwerken. Damit die Kunden sich über die für sie geeigneten Lösungen informieren können, wurde eigens eine eigene Internetplattform eingerichtet, die die Produkte vorstellt und die nötigen Informationen bereithalten soll.

Beim Projekt „Sphere“ konzentriert sich die BASF darauf, die Nachhaltigkeit von Betonmischungen zu beurteilen. Der Konzern will ein Programm entwickeln, mit dem Betonfertigteile aus Faserbeton entwickelt werden können. Außerdem wird ein technisches Werkzeug bereitgestellt, um die Instandsetzungs- und Beschichtungsmethoden für Beton zu vergleichen und so die kostengünstigste Lösung für das jeweilige Gebäude zu finden, ohne die Qualität und Lebensdauer des Gebäudes aus dem Blick zu verlieren. Im BASF-Labor werden außerdem Tests für die Qualitätsbeurteilung von Faserbeton auf den Weg gebracht.

Das EU-Projekt, das ein Gesamtvolumen von 12,8 Millionen Euro hat und mit 7,4 Millionen Euro bezuschusst wird, läuft über vier Jahre bis Herbst 2022. Die Digital-Twin-Plattform, auf der die Gebäudezwillinge programmiert werden, und die damit verbundenen Computerprogramme sollen anhand von vier Projekten zum Wohnungsbau getestet und zur Marktreife gebracht werden. In Italien und Finnland handelt es sich um Renovierungsvorhaben, in Österreich und den Niederlanden um Neubauten.