Wirtschaftsmorgen

Gitarre und Drums

Archivartikel

Das Weiterbildungsprogramm der Popakademie in Mannheim existiert schon länger als die Institution selbst. Als sie 2003 aus der 1996 gegründeten Rockstiftung Baden-Württemberg hervorging, konnte man sich bereits in verschiedenen Workshops näher mit dem Thema Popmusik in all seinen Facetten beschäftigen. Zwei Mal jährlich wird das Seminarprogramm veröffentlicht: Darunter ist zum Beispiel der Drum-Workshop bei Udo Damen, dem Künstlerischen Leiter der Popakademie. Aber auch Künstlermanagement oder Workshops zum Umgang mit Verwertungsgesellschaften wie Gema sind gefragt. Die Kurse richten sich an alle, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an der Popakademie studieren können - oder wollen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer beträgt 30 bis 40 Jahre.

Es sind Berufsmusiker, die mehr über die Grundlagen und Möglichkeiten des Popbusiness erfahren möchten. Oder junge Musiker, die auf diesem Weg erste Kontakte zur Popakademie suchen. Auch Hobbymusiker oder Musikmanager melden sich an. Alle Kurse finden in den Räumlichkeiten der Popakademie in der Hafenstraße statt. Mit maximal 15 Teilnehmern pro Kurs soll eine intensive Betreuung garantiert sein. Vorkenntnisse? Braucht niemand. "Wir versuchen, allen Interessenten einen Platz anzubieten", so Christina Hillenbrand, Projektmanagerin Weiterbildung an der Popakademie. Ausgenommen sind nur die Musik-Workshops für Gitarre, Keyboard oder Drums. Dort werden bestimmte Kenntnisse je nach Kursstufe vorausgesetzt.

Auch wenn das Interesse offenbar groß ist: Etwas ist anders als früher. "Das Angebot der Popförderungsstrukturen in den Städten nimmt deutlich zu, dazu kommen Musikseminare einzelner Künstler oder Tutorials im Netz", erklärt Hubert Wandjo, Business Direktor, Geschäftsführer und Leiter des Fachbereichs Musik- und Kreativwirtschaft an der Popakademie. Die Teilnehmer kommen mittlerweile hauptsächlich aus der Region und nicht mehr aus dem gesamten Bundesgebiet. Ständig gibt es neue Angebote, die zeitgemäß sein sollen - wie Crowdfunding (Geld einsammeln über das Internet meist bei privaten Investoren) oder Selbstvermarktung.

Ergänzt wird das Angebot vom Coaching-Programm "BandPool". Bereits seit dem Jahr 1998 werden Bands 18 Monate lang auf ihrem Weg in die "Profiliga" unterstützt. Jährlich werden bis zu sieben Bands aus 300 bis 400 Bewerbern ausgewählt. Schon die Gruppe Revolverheld ("Ich lass für Dich das Licht an") oder die Sängerin Frida Gold ("Wovon sollen wir träumen") haben sich von den Mannheimer Profis in Imagebildung oder Songschreiben trainieren lassen.