Wirtschaftsmorgen

Lisa Gartner

Archivartikel

Buchhändlerin in Heidelberg

Ja, sicher, gut auf die Prüfung vorbereitet gefühlt hat sie sich schon. Aber dass sie am Ende in ihrem Beruf die beste Auszubildende Deutschlands werden würde, damit hat Lisa Gartner nicht gerechnet. „Zumal wir in Heidelberg insgesamt eine sehr gute Klasse hatten, da hätte ich das jedem anderen auch zugetraut“, sagt die frisch gebackene Buchhändlerin.

Die 31-Jährige schloss ihre Lehre bei der Heidelberger Buchhandelsgruppe Schmitt & Hahn mit 97 von 100 Punkten bei den Abschlussprüfungen ab – und setzte sich damit bei den Auszubildenden im Buchhandel bundesweit an die Spitze.

Dabei hatte ihr die mündliche Prüfung schlaflose Nächte beschert. „Da war ich schon nervös, das mache ich einfach nicht gerne, mich vor Menschen stellen und drauf los reden.“ Für die mündliche Prüfung hatte Gartner von der Industrie- und Handelskammer folgende Aufgabe bekommen: Sie sollte in einem kurzen Vortrag darlegen, wie sie eine Non-Book-Abteilung aufbauen würde – also den Bereich in einer Buchhandlung, in der keine Bücher, sondern andere Produkte wie Spiele oder Geschenkartikel angeboten werden. Zur Vorbereitung hatte Gartner fünf Tage Zeit. „Ich habe mir überlegt, was ich ins Sortiment nehmen kann, um möglichst alle Altersgruppen abzudecken.“

Im praktischen Teil ging es wiederum darum, eine Zeit lang eine bestimmte Warengruppe – also Bücher einer bestimmten Kategorie – zu betreuen. Gartner entschied sich für das Thema Tierbücher. „Dann kümmert man sich um das entsprechende Regal im Laden, achtet darauf, dass es ansprechend gestaltet ist und schaut, welche Titel gut laufen oder noch gut dazu passen würden“, erklärt Gartner. Außerdem überlegte sie sich zu ihrem Themengebiet eine passende Schaufensterpräsentation.

Nach ihrem Abschluss ist Gartner von Schmitt & Hahn übernommen worden und arbeitet jetzt in der Filiale in der Heidelberger Hauptstraße. Dort macht ihr vor allem der Kontakt mit den Kunden Spaß. „Das hat mich selbst überrascht, eigentlich bin ich eher introvertiert“, sagt sie. Das Schöne an ihrem Beruf sei außerdem, dass man immer gleich erfahre, welche neuen Bücher auf den Markt kämen – „das ist als Buchliebhaber natürlich das Nonplusultra.“