Wirtschaftsmorgen

Phoenix stärkt Nordeuropa

Archivartikel

Im dänischen Køge geht das neue Logistikzentrum des Mannheimer Pharmagroßhändlers ans Netz. Es ist hoch automatisiert.

Nomeco, die dänische Tochtergesellschaft des Mannheimer Pharmagroßhändlers Phoenix, hat das nach eigenen Angaben größte Logistikzentrum für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte in den nordischen Ländern eröffnet. „Mit rund 80 Millionen Euro ist es die größte Einzelinvestition in die Infrastruktur von Phoenix“, hat Vorstandsmitglied Frank Große-Natrop bei der Eröffnung im dänischen Køge erklärt.

Nach dreijähriger Bauzeit ist das Pharmalogistik- und Distributionszentrum nun fertiggestellt. Das 25 000 Quadratmeter große Gebäude entspricht flächenmäßig etwa drei Fußballfeldern und besitzt ein voll automatisiertes Lager. Mit einer Höhe von 30 Metern bietet es Platz für mehr als 55 000 Paletten. Durch den hohen Automatisierungsgrad sollen bis zu 1000 Paletten pro Stunde bewegt werden. Basierend auf der Bestellhistorie ermitteln Algorithmen für jedes Produkt den bestmöglichen Lagerplatz, um effiziente Eingangs- und Ausgangsprozesse zu gewährleisten.

„Wir optimieren mit Køge unsere Lieferkette weiter und machen damit Medikamente für Patienten noch schneller verfügbar“, sagt Henrik Kaastrup, Geschäftsführer von Nomeco, laut Mitteilung. Liefersicherheit gehe mit Patientensicherheit einher.

Geografisch gelten Dänemark und der Standort Køge südlich von Kopenhagen als ideal, um von dort ganz Nordeuropa auf kurzen Wegen zu erreichen. Phoenix ist in Norwegen mit der Apothekenkette Apotek1 vertreten – in Finnland, Schweden und im Baltikum (Estland, Lettland und Litauen) mit dem Pharmagroßhändler Tamro. In den baltischen Ländern betreibt Phoenix ferner Apotheken der Marke Benu.

In den vergangenen Jahren hat die pharmazeutische Industrie Logistik- und Distributionsdienstleistungen vermehrt ausgelagert und sich auf das Kerngeschäft konzentriert. Nomeco spürt diese Nachfrage. Die Anzahl der Kunden und das bewegte Volumen nahmen in den vergangenen Jahren deutlich zu.

Phoenix, Teil der Merckle Unternehmensgruppe, gehört mit fast 800 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern Mannheims – weltweit sind es mehr als 37 000 Angestellte. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben führender Gesundheitsdienstleister in Europa und beliefert Apotheken in 27 Ländern.

Seit November ist Sven Seidel neuer Vorstandsvorsitzender. Er ersetzt Oliver Windholz, der Phoenix „im besten beiderseitigen Einvernehmen“ verlassen hat, wie es zuletzt hieß. Seidel war zuvor für den Versandhändler Otto tätig sowie an der Spitze des Neckarsulmer Discounters Lidl. jung