Wirtschaftsmorgen

Rund 200 Firmen direkt an der Autobahn

Archivartikel

Mallau hat "allgemein gesprochen eine gute Lage", sagt die Stadt. Fertig entwickelt ist das Gewerbegebiet nicht - Investoren zeigen anhaltendes Interesse. Die Preise für Gewerbe- und Büroflächen gelten als angemessen. Von Rüdiger Ofenloch

In Sachen Lage ist die Mallau so etwas wie der Platzhirsch unter Mannheims Gewerbegebieten. Nur einen Kilometer entfernt liegt die Anschlussstelle zur Autobahn A 656, die am Kreuz Mannheim die Verbindung zur A 6 und am Kreuz Heidelberg zur A 5 herstellt. Zur Autobahn wiederum gelangt man bequem über die B 36, die direkt an der Mallau entlang läuft und in nördlicher Richtung sowohl die Innenstadt als auch Feudenheim und weitere Stadtgebiete schnell und einfach zugänglich macht.

"Allgemein gesprochen hat die Mallau eine gute Lage", heißt es denn auch vonseiten der Stadt, die sich schon sehr früh um eine Erschließung des Geländes gekümmert hat. Pläne dazu habe es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Wirklich konkret wurde es dann im Jahr 1953, als die Stadt erste Flächen auf der Mallau in ihren Besitz holte. Damals wie heute war klar: Mit dieser Lage lässt sich einiges anfangen. So gibt es mit den Haltepunkten Maimarkt/Arena und Seckenheim gleich zwei direkte Anschlüsse an das Netz der Deutschen Bahn. Der Hauptbahnhof ist vier, der Regionalflughafen "City Airport" gerade einmal drei Kilometer entfernt.

Bis heute haben sich laut Stadt rund 200 Firmen auf dem Gelände nördlich der eigentlichen Rheinau zwischen Helmert- und Mallaustraße angesiedelt. Westlich schließt sich das Neckarauer Gewerbegebiet, östlich der Rheinauer "Vorort" Pfingstweide an.

Nachdem die Stadt 1953 mit dem Kauf von Flächen auf der Mallau begonnen hatte, sollte es allerdings 30 Jahre dauern, bis der Bebauungsplan rechtskräftig wurde. Wer sich dann tatsächlich zuerst auf der Mallau ansiedelte, ist laut Stadt nicht mehr nachzuvollziehen. Fest steht: Bereits bevor die Grundstücke von der Stadt vergeben werden konnten, hatten rund 40 Betriebe Interesse angemeldet.

Mit die ersten, die in der Mallau "Stellung bezogen", waren nach Angaben der Stadt die Firmen Kuhn (heute Seyffer) und Rütgers, die sich auf Klebe- beziehungsweise Klimatechnik spezialisiert haben. Heute sind die Baumarktkette Bauhaus und der Möbeldiscounter Poco die Flaggschiffe auf der Mallau, die für regen Kunden- und Warenverkehr sorgen. Weitere bedeutende Unternehmen sind die Albert Schweizer KG (Elektrogroßhandel), Bechtle (IT) und Securitas (Sicherheitsgewerbe).

Die Entwicklung der Mallau ist laut Stadt noch nicht abgeschlossen. Erst in diesem Jahr habe man sich von einem Grundstück getrennt, ein weiterer Verkauf stünde wohl kurz bevor. Auch wenn man sich nicht über die Namen der Investoren äußern möchte: Die Mallau, so viel ist klar, hat auch heute noch großes Potenzial - auch im innerstädtischen Vergleich. Die Auslastung, so heißt es bei der Stadt, sei gut und die Preise für Gewerbe- oder Büroflächen durchaus "angemessen".

Trotz guter Lage: Kritikpunkte am Gewerbegebiet Mallau sind der mangelhafte Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr. Es gibt keine direkte Straßenbahn-Haltestelle in dem Gebiet. Auch eine zu geringe Anzahl an öffentlichen Parkplätzen für Kunden gehört zu den Kritikpunkten.