Wirtschaftsmorgen

Von Bullen und Bären

Archivartikel

Brief eines Achtjährigen Ende Dezember. Von Justin Pietsch

Lieber Weihnachtsmann,

was soll das? Ich habe dir klar gesagt, was ich will. Und du hast mir nur einen schnöden Brief geschickt, mit einem Papier drin.

Papa sagt, das ist was für die Zukunft. Er hat mir was von Akazien-Handel erzählt und davon, dass es dem Dachs gut geht. 9000 Jahre soll er schon alt sein, und huiuiui, er wird wohl sogar noch älter werden. Von einem Bullen war auch die Rede. Puh, Papa war total begeistert. Naja, damit hat mein Geschenk irgendwie zu tun.

Ich war immer lieb und nett, meistens jedenfalls, und der Dank ist nun ein Dachs, den niemand streicheln kann. Wenn es wenigstens ein Hund oder eine Katze gewesen wäre. Einen Papierflieger kann man aus dem Papier machen, aber das hat Papa verboten.

Dann hat Papa versucht, mir zu erklären, dass das ein tolles Geschenk ist. Er hat irgendwas von Schorsch Soros erzählt, das ist wohl so was wie ein sehr reicher König. Und jedes Jahr werden Divid-Enten ausgeschüttet, aber füttern kann ich die nicht.

Er sagte noch was von gespartem Weihnachtsgeld. Von Zukunft, armen alten Leuten und irgendwas mit Kapital. Weiß nicht, was er meinte, aber er klang ziemlich ernst, ziemlich nach Wenndueinmalgroßbistwirstduunsdankbarsein.

Dabei wollte ich doch nur einen Teddy.