Wirtschaftsmorgen

Was Ihr Chef sagt – und was er er meint

Archivartikel

„Wir sind dran“

Übersetzung: Ups, das Projekt haben wir total vergessen – und wenn Sie es nicht angesprochen hätten, hätten wir auch nie wieder daran gedacht. Hoffentlich finden wir noch irgendeine alte E-Mail, in der steht, was genau der Auftrag war.

„Da ist noch Luft nach oben“

Übersetzung: Bisher haben wir bei dem Projekt noch absolut gar nichts erreicht – und ehrlich gesagt auch keinen Plan, wie wir vorwärts kommen sollen.

„Könnten Sie mir einen kleinen Gefallen tun?“

Übersetzung: Es gibt noch diese total unangenehme Aufgabe, die unbedingt jemand erledigen muss – ich bin es ganz sicher nicht. Und weil mir alle anderen Kollegen vermutlich sofort den Vogel zeigen, wenn ich damit um die Ecke komme, versuche ich es erst einmal bei Ihnen.

„Ich habe dich in CC gesetzt“

Übersetzung: Ich habe keine Lust, mich um dieses Thema zu kümmern und drücke es deshalb an dich ab. Alle weiteren Mails dazu werde ich ignorieren und mich voll und ganz darauf verlassen, dass du alles Nötige regelst.

„Wir müssen unsere Kapazitäten an die neuen Herausforderungen anpassen“

Übersetzung: Stellen Sie sich schon mal darauf ein, dass wir demnächst die Hälfte der Belegschaft vor die Tür setzen werden. Dafür kann man uns auch gar keinen Vorwurf machen, weil daran nicht wir schuld sind – sondern alle anderen.

„Wann waren Sie das letzte Mal im Urlaub?“

Übersetzung: Sie sehen überarbeitet und überfordert aus. Nehmen Sie sich ruhig ein paar Tage frei –dann werden wir wenigstens mit dem Projekt pünktlich fertig.

„Wir haben uns in einem schwierigen Umfeld gut behauptet“

Übersetzung: Die Lage ist katastrophal, es herrscht absolute Ratlosigkeit. Ich tue deshalb einfach weiter so, als hätte ich alles im Griff. Es ist aber auch gut möglich, dass Ihnen jemand anderes die nächsten Geschäftszahlen präsentiert.