Wissenschaft

Es schlüpfen nur Weibchen

Im Norden des australischen Great Barrier Reefs kommen seit mehr als zwei Jahrzehnten fast nur noch weibliche Grüne Meeresschildkröten zur Welt. Aus etwa 99 Prozent der Schildkröteneier schlüpften dort Weibchen, berichten Forscher in der Fachzeitschrift „Current Biology“. Verantwortlich dafür seien die infolge des Klimawandels steigenden Temperaturen. Denn das Geschlecht von Meeresschildkröten wird durch die Bruttemperatur der Eier bestimmt, die in Nestern an Stränden vergraben werden, erklären die australischen und US-amerikanischen Forscher. Der Anteil der Weibchen steige mit höheren Temperaturen. Dabei könnten sich schon Schwankungen von wenigen Grad bemerkbar machen. „Da die durchschnittliche globale Temperatur bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 2,6 Grad Celsius ansteigen wird, sind viele Meeresschildkröten-Populationen durch hohe Eiersterblichkeit und ausschließlich weibliche Nachkommenschaft bedroht“, schreiben die Wissenschaftler um Michael Jensen von der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA. dpa