Wissenschaft

Natürlicher Schutz vor Verwüstung

Feuchtgebiete an Küsten können katastrophale Verwüstungen wie durch Hurrikan Harvey effektiv verringern. Das schreiben US-Forscher im Fachjournal "Scientific Reports". Sie berechneten für einen Landstrich im Ostküsten-Bundesstaat New Jersey, dass sogenannte Salzwiesen die jährlichen Schäden durch Überschwemmungen um durchschnittlich 16 Prozent senken.

Allein im Fall des Hurrikans Sandy, der 2012 die Ostküste der USA traf, hätten Feuchtgebiete einen Schaden in Höhe von 625 Millionen US-Dollar (523 Mio Euro) verhindert. Damit sei der Gesamtschaden, den Sandy anrichtete, um etwa ein Prozent kleiner geworden. In Gebieten, die direkt hinter Feuchtgebieten lagen, war der Schaden um immerhin 11 Prozent geringer.

Flutwellen abschwächen

Auch am Golf von Mexiko entfalten die Feuchtgebiete ihre doppelte Schutzwirkung - durch das Abschwächen hoher Flutwellen und durch das Aufsaugen von Wasser, wie die Forscher erklärten. In denen vom Tropensturm Harvey betroffenen Gebieten gebe es noch zahlreiche vor- oder eingelagerte Feuchtgebiete, mehr sogar als an der Ostküste oder in Kalifornien. Diese seien allerdings zunehmend durch Bebauung, Umweltverschmutzung, Ausbaggerungen für Ölleitungen und steigenden Meeresspiegel bedroht.

Das Forscherteam um Siddharth Narayan (University of California, Santa Cruz) nutzte für die Studie neueste Überflutungs- und Schadensberechnungsmodelle. Darin speisten sie eine Menge Daten zu Eigentum sowie zur Zahl und Größe von Feuchtgebieten an der Küste von New York und New Jersey ein.

Ein ähnliches Forschungsprojekt hatte jüngst gezeigt, dass Mangrovenwälder die Überflutungsschäden auf den Philippinen um ein Viertel verringern. dpa