Wissenschaft

Tanten in der Brutpflege

Archivartikel

Bei Spinnenarten, die in Sozialverbänden leben, opfern sich auch die Tanten für den Nachwuchs ihrer Schwestern. Wie eine Studie der Universitäten Greifswald und Aarhus belegt, versorgen die unverpaarten Weibchen der zu einer sozialen Art gehörenden afrikanischen Spinne ihre Nichten und Neffen mit hochgewürgter Nahrung und lassen sich später auch von den Jungtieren fressen.

Bislang sei angenommen worden, dass die jungfräulichen Weibchen nur Beutefang und Netzbau betrieben. Zur Fütterung des Nachwuchses mit hochgewürgter Nahrung und später mit ihrem eigenen Körper waren nach gängiger Meinung hingegen nur Mütter in der Lage, die sich intensiv mit der Brutpflege beschäftigten, wie die Hochschulen mitteilten. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour" veröffentlicht.

Für ihre Studie haben die Forscherinnen Gruppen aus verpaarten und unverpaarten Weibchen der Stegodyphus dumicola zusammengestellt und geprüft, welche Tiere Brutpflege und Beutefang betrieben. Dabei stellten sie fest, dass die unverpaarten Tanten die Aufgaben der Mütter übernahmen - und später auch von den Jungtieren gefressen werden. Von den etwa 45 000 bekannten Spinnenarten leben etwa 30 in sozialen Verbänden. Die Forscher vermuten, dass das beobachtete Verhalten auch bei den anderen 30 Arten existiert. dpa