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Apache 207 überragt Chef

Den härtesten Job im deutschen Hip-Hop hat zurzeit ein gewisser Julian Otto aus Bietigheim-Bissingen. Wobei er sich als Chef des Plattenlabels Two Sides eigentlich über eine Gelddruckmaschine freuen kann: Schließlich hat er die Karriere von Volkan Yaman aus Ludwigshafen-Gartenstadt aufs Gleis gesetzt. Der steht seit Wochen mit bis zu fünf Liedern in den Single-Top-10 und hat binnen Minuten nicht ganz kleine Hallen wie die Mannheimer SAP Arena ausverkauft. Kein Problem, sollte man meinen, im Gegenteil: Genau so wollen die Jungs ja leben.

Kompliziert wird es, weil Julian Otto unter dem Namen Bausa selbst erfolgreich Musik macht und gerade auf Deutschland-Tournee durch ausverkaufte Clubs geht. Und im Vorprogramm spielt besagter Volkan. Da dieser als Apache 207 der steilste Pop-Senkrechtstarter des Jahres ist (dessen Hits, wie Austauschschüler zu berichten wissen, inzwischen sogar in Freizeitanlagen in den USA laufen) wird die Hauptattraktion schnell zur Nebensache. Bausa macht das ersten Youtube-Live-Mitschnitten aus Wien oder Köln zufolge souverän und bleibt beim Apache-Überhit „Roller“ einfach mit auf der Bühne. Aber der Ludwigshafener überragt ihn dabei nicht nur aufgrund seiner gut zwei Meter Körpergröße, er gibt live gesanglich und von der Präsenz her mächtig Gas („Brrm, Brrm“) – eine gute Nachricht für Kartenbesitzer, die die Katze ja quasi im Sack gekauft haben. Und Bausas Ego wird mit Blick auf den Kontostand verkraften, dass die Fans nicht nur wegen ihm spitz kreischen. . 

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