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Arbeitszeiten

Archivartikel

Der Sänger Udo Jürgens meinte ja mal erfolgreich, mit 66 Jahren sei noch lange nicht Schluss. Hoffentlich, möchte man hinzufügen, zumal heute, denn tatsächlich soll ab Geburtsjahrgang 1964 allein schon das Berufsleben bis zum Alter von 67 währen. Da hofft man durchaus noch auf eine Zeit danach. In Amerika, wo die beste Antwort auf die Frage nach der Lage der persönlichen Dinge und des Befindens lautet, „very busy“, also sehr beschäftigt zu sein – in diesem großen, schönen Land arbeitet man ohnedies gern lang und bis ins höhere Alter. Und hierzulande denken auch schon welche laut darüber nach, die Lebensarbeitszeit (noch) weiter nach oben zu schrauben. Die Literatur zeigt erneut, wo es langgehen kann. Martin Walser, inzwischen 92 Jahre alt, bringt jetzt ein neues Buch heraus. Aber insgesamt ist es natürlich eine schöne Sache, wenn es hohe Produktivität im hohen Alter gibt, sofern sie freiwillig genutzt wird.

Manches hingegen erfolgt ohnedies aus Pflichtgefühl heraus. Prinz Charles trägt im Vereinigten Königreich nach wie vor das Attribut Thronfolger. Man rechnet weiter damit, dass er noch die Stelle seiner betagten Mutter einnehmen wird. Aber fest steht, dass der langjährige Anwärter soeben auch schon 71 geworden ist. Den Geburtstag hat er übrigens in Indien gefeiert. Und wohl als Symbol für eine hoffnungsvolle Zukunft waren dabei 20 Kinder zu Gast und trug der König in spe eine Blumengirlande um den Hals. Thomas Groß