Zeitzeichen

Auf geht’s

Es war eine Debatte, die niemand wollte, und nun scheint sie sich quasi von selbst zu erledigen: die über eine Frauenquote. Unternehmen standen ihr eigentlich immer skeptisch gegenüber, schließlich wollen sie selbst entscheiden, wer den Laden führt (dummerweise sind das vor allem Männer, aber zu dem Punkt kommen wir gleich noch einmal). Doch auch die Frauen, zumindest viele, lehnen sie ab. „Quotenfrau“ zu sein – das klingt mehr nach einer Bestrafung als nach einer Belohnung.

Nun aber kommt der demografische Wandel den Beteiligten zur Hilfe. Denn weil es zu wenige Arbeitskräfte gibt – ein Umstand, für den dann wieder beide Geschlechter verantwortlich sind – wird den Firmen nichts anderes übrig bleiben, als das Arbeitnehmer-Reservoir im Ganzen zu nutzen, und dazu zählen dann eben auch die Frauen. Die jungen Frauen, die Mütter mit drei Kindern und diejenigen über 50 (dass diese oft als zu „alt“ empfunden werden, würde öffentlich natürlich niemand zugeben).

Aber, liebe Frauen, ihr müsst dann auch wollen. Einfach den Sprung (zurück) ins Berufsleben und/oder die Karriereleiter hoch wagen, trotz Haushalt und Kindern, trotz Zweifeln an der Eignung. Es wird sowieso keinen idealen Zeitpunkt geben. Die Hortplätze werden immer zu wenig sein, die Väter immer zu spät nach Hause kommen, die Waschmaschine wird immer laufen, das Gefühl, der Sache nicht gewachsen zu sein, immer anhalten. Egal. Besser als Quoten und nur Männer als Chefs ist es allemal. Stefanie Ball