Zeitzeichen

Bare Münze

Ein Geldbeutel gehört in China schon fast ins Antiquariat. Niemand trägt einen mit sich – weil niemand Geld hat. Auf dem Konto zwar schon, aber nicht dabei, in der Tasche, im Geldbeutel eben. Bezahlt wird nämlich digital mittels Smartphone. Die Restaurantrechnung ebenso wie das Zugticket, das Leihrad genauso wie der Einkauf im Supermarkt. Auch in skandinavischen und angelsächsischen Ländern wächst das bargeldlose Zahlen rasant. „Nur Barzahlung“ heißt es hingegen lapidar in noch vielen Cafés und Kaufhäusern hierzulande. Mehr noch: Die Deutschen lieben ihre Scheine und Münzen. Damit gehören sie zur Gruppe der „Cash-Loyalisten“, in der es auch Portugal, Österreich, Italien und Spanien getreu dem Spruch „Nur Bares ist Wahres“ weiter klimpern lassen.

Bargeldloses Zahlen gilt als einfach und schnell. Stimmt nicht, sagt nun die Deutsche Bundesbank, deren Kompetenz in Sachen Geld wohl niemand anzweifeln will. Laut einer neuen Studie ist eine Zahlung an der Ladenkasse mit Schein und Münze sieben Sekunden schneller als mit Karte und Eingabe der PIN-Nummer, muss eine Unterschrift geleistet werden, liegt der Zeitunterschied sogar bei 16 Sekunden. Einziger Haken: Zum Zeitpunkt der Studie gab es das mobile, kontaktlose Bezahlen per Smartphone in Deutschland noch nicht. Da muss die Bundesbank wohl noch mal zurück in die Geschäfte . Stefanie Ball