Zeitzeichen

Cinderella

Wenn wir bisher über die Heldentaten der Schönheits- chirurgen gelästert haben, dann ging es meist um Silikonbrüste und Schlauchbootlippen. Aber wer auch immer gedacht hat "Schlimmer geht's nimmer", der wird auf Schritt und Tritt eines Besseren belehrt. Kaum hatten wir kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, dass es Society-Ladies gibt, die sich im Interesse einer noch schlankeren Taille ein paar Rippen operativ entfernen lassen. Da stolpern wir über einen neuen Begriff, der uns Schlimmes ahnen lässt: die Cinderella-Operation. Die ist in den USA inzwischen so "in" wie das turnusmäßige Fettabsaugen vor der Bikini-Saison. Wir erinnern uns dunkel, dass die ebenso plumpen wie bösen Schwestern unseres deutschen Aschenputtels sich die Fersen abhackten, um in die zierlichen Schuhe der schönen Stiefschwester zu passen. Die amerikanischen Beauty-Docs bieten also allen Ernstes an, vierschrötige, breitgetretene Füße mit Skalpell und Knochensäge in Fasson zu bringen, bis sie in die sündteuren Luxustreter von Manolo Blahnik oder Christian Louboutin passen. Nette Variation zu "Make America great again!"