Zeitzeichen

E-Ferrari

Dass Ferrari in die Elektromobilität einsteigt, war nicht unbedingt zu erwarten. Aber wenn die Nobelmarke aus dem italienischen Maranello es tut, ist klar: Ein kleiner, bescheidener City-Cruiser-Leisetreter in Rot wird es eher nicht sein. Und tatsächlich: Der erste serienmäßige Plug-in-Hybrid der Luxuskarossenschmiede hat mit SF90 Stradale nicht nur einen imposanten Namen, gewählt mit Blick auf den 90. Geburtstag des hauseigenen Rennteams Scuderia Ferrari, sondern auch eine ziemlich extreme Ausstattung.

Dementsprechend Formel-1-tauglich ist die Motorisierung des Boliden mit Ladekabel und Allradantrieb, der 2020 auf die Straßen losgelassen werden soll: Vier Motoren sorgen für insgesamt 1000 PS, die höchste Leistung der Firmengeschichte von einem Achtzylinder, und eine Spitzengeschwindigkeit von 340 Stundenkilometern. Dazu kommen drei Elektromotoren mit zusammen 220 PS. Das reicht nach Angaben Ferraris für eine benzinlose Strecke von – man höre und staune – 25 Kilometern. Da meint man, das gebeutelte Klima regelrecht aufatmen zu hören. Und die „Fridays For Future“-Bewegung kann endlich wieder freitags zur Schule gehen. Muss sie auch. Denn Bestnoten sind das Mindeste für die Karriere, die nötig ist, um mit dieser Flunder in 6,7 Sekunden auf 200 Stundenkilometer beschleunigen zu können. Schließlich dürfte für den rasanten rote Flitzer kein ganz niedriger sechsstelliger Betrag fällig werden. Aber die holt man mit den 25 Kilometern E-Reichweite vermutlich schneller wieder rein, als diverse Klimaziele erreicht werden.