Zeitzeichen

Fachkräfte

Der Arbeitsmarkt hat schon angespanntere Zeiten erlebt. Die Vermittlung von Stellen fällt heute oft deshalb schwer, weil es zu wenig qualifizierte Kräfte gibt, beispielsweise in der Pflege oder Informationstechnologie. Von anderen Tätigkeiten ist in diesem Zusammenhang keine Rede, gleichwohl wäre wissenswert, wie es um Stellenbeschreibungen wie „Frühstücksdirektor“ oder „Grüßonkel“ bestellt ist. Sind mit den Bezeichnungen auch die Tätigkeiten selten geworden? Das wäre schade – besonders für die dafür Qualifizierten, wenngleich, zugegeben, nicht alle sie schätzen. Als vor 20 Jahren das Amt des Kulturstaatsministers geschaffen wurde, war gleich die Frage da, ob denn der Stelleninhaber in einem föderalen Staat, in dem Kultur vor allem Sache der Bundesländer ist, mehr sei als ein „Grüßonkel“ – eine Person, die Hände schüttelt, Grußworte spricht und wenig Einfluss hat. Übrigens ist zuweilen auch von „Grüßaugust“ die Rede (gewesen). Ein „Frühstücksdirektor“ nimmt ähnliche Aufgaben wahr; er hat auf dem Papier einen respektablen Rang, wird gut bezahlt und repräsentiert auf Anlässen, wo auch Essbares gereicht wird (daher der Name).

Nicht zuletzt im Kulturbereich konnte man sich solche Personen vorstellen, etwa als Leiter eines Festivals, das mangels Etat nicht viel entwerfen kann, sein Programm rasch zusammenschustert und dann ein paar nette Tage inszeniert, an denen der Direktor (oder die Direktorin) oft präsent ist, nicht zuletzt bei geselligen Runden mit Mitwirkenden und Unterstützern. Es sind durchaus unangenehmere Tätigkeiten vorstellbar. Wer eine entsprechende Stelle zu besetzen hat, sollte es publik machen. Bewerberinnen und Bewerber finden sich bestimmt.