Zeitzeichen

Fan sein in Maßen

Fan zu sein ist manchmal keine einfache Aufgabe. Anhänger der Fußballmannschaft, die im Abstiegskampf den Klassenerhalt nicht schafft, oder der Band, die das experimentelle Album rausbringt, das selbst die Treuesten nicht bis zum Ende anhören können, haben es nicht leicht. Doch das sind Dinge, die sie mit sich selbst ausmachen können und müssen – denn kaum einer hat die Handynummer des Trainers oder die des Frontsängers parat. Zum Problem wird Fan-Kultur erst, wenn es auch für andere schwierig wird. Wenn man sich beim Derby in Stuttgart nicht traut, mit KSC-Schal durch Cannstatt zur Mercedes-Benz-Arena zu laufen (natürlich wäre es als VFB-Fan zwischen den „Ultras“ in Karlsruhe nicht anders). Lukas Nimschek von der Musikgruppe Deine Freunde sagt, er sei froh, dass ihre Fans noch nicht im Teenie-Alter sind, in dem sie ganz laut kreischen und ausrasten: „Die Kinder applaudieren, freuen sich und springen.“ Eine schöne Vorstellung von einem Fanblock im Stadion – ohne Pyrotechnik, Schlägereien und Alkoholexzesse. Nur hüpfende und glückliche Fans. Sophia Gehr