Zeitzeichen

Filmisch

Das Schöne an Filmen, Büchern, an Musik-, Theater- oder Kunststücken ist doch, dass sie uns auf neue Ideen bringen. Das zeigt sich jetzt auch auf dem Internationalen Filmfestival, das noch bis Sonntag in Mannheim und Heidelberg zu erleben ist. Im Wettbewerb läuft dort der israelische Film "Holy Air", also heilige Luft, der von einer ungewöhnlichen Geschäftsidee eines arabischen Christen in Nazareth erzählt. Dieser steigt auf einen legendären Berg, hält Flaschen nach oben, um die Luft einzufangen, die er dann als heilig und heilsam anpreist. Ob sich das verwenden ließe für die schwierige Frage, die bald wieder so viele bewegt? Was Tante Erna oder Onkel Felix zu schenken sei, ist wirklich schwer zu beantworten. Und das mit dem Heiligen ist ja ohnehin Glaubenssache.

Dass die Idee windig wirkt, bleibt trotzdem wahr. Und der kurzweilige, witzige Film lässt auch keinen Zweifel, dass der Händler ein windiger Charakter ist. Aber vielleicht würde die "heilige", heiße Luft ja trotzdem Freude bereiten, sofern man darüber lachen kann. Denken wir weiter darüber nach, sicher geben noch andere Filme des Festivals Anregungen. Gewiss ist doch, dass die eingangs genannten Sachen so oder anderswie lehrreich sind. "Holy Air" beispielsweise vermittelt auch einen Eindruck vom schwierigen Zusammenleben im "Heiligen Land". In unsere Zeit passt er auch insofern. Thomas Groß