Zeitzeichen

Gemälde auf Wallfahrt

Von jeher gehört es auch zu den Aufgaben von Polizei und Staatsanwaltschaft, neben Mördern und Verbrechern auch nach verschwundenen Dingen zu fahnden. Zum Beispiel Kunst. So sucht die Polizei derzeit nach einem Gemälde mit dem Namen „Wallfahrt nach Kevelaer“. Es stammt aus dem Pinsel des Düsseldorfers Hubert Salentin, der 1910 mit 88 starb und das Bild rund zehn Jahre zuvor noch gemalt hatte. Wer sich jetzt fragt, wer, was oder wo eigentlich Kevelaer ist: Die Stadt am Niederrhein ist ein wichtiger Marienwallfahrtsort. Das Bild wurde also gestohlen, wie seit Mittwoch bekannt ist. Allerdings schon im Juni. Damals war doch jemand tatsächlich so unvorsichtig und hat das auf 40 000 Euro Wert geschätzte Gemälde eine halbe Stunde in seinem Auto liegengelassen – direkt vor einer Galerie! Fantasiebegabte behaupten nun, die von einer rot gekleideten Frau angeführten Personen auf Salentins Werk hätten ihr Dasein im Rahmen satt gehabt und hätten sich, gemäß ihrer Bestimmung, selbst auf Wallfahrt nach Kevelaer begeben. Die Ermittler sind anderer Meinung: Sie tippen auf Diebstahl – und schließen nicht aus, dass es der Dieb gezielt auf das Bild abgesehen hatte. Ja, worauf denn sonst?