Zeitzeichen

Global-Fest

Archivartikel

Ein Anlass zum Feiern findet sich immer, was nicht nur feucht-fröhliche Zeitgenossen bestätigen werden, also jene, die man diplomatischer „gesellig“ nennt. Der ganze Kulturbetrieb lebt von Festen, Feiern, Festivals; jede Auf- und Vorführung ein Fest – jede Lektüre eine Feier des Lesens, sofern man es zu zelebrieren weiß. Gedenktage bieten ebenfalls Festanlässe zuhauf. Das laufende Jahr ist Bauhaus-, Rembrandt-, Leonardo-Jahr. Längst ist darauf hingewiesen. Ein anderer großer Feieranlass wurde aber noch nicht hinreichend bekannt gemacht. Die erste Weltumseglung jährt sich nämlich auch schon zum 500. Mal. Spanien und Portugal feiern das mit zahlreichen Veranstaltungen. Das Beste: Die Sache hat lange gedauert, weswegen die Feierlichkeiten bis ins Jahr 2022 reichen sollen.

Geboten wird auch hier das bekannte Genreprogramm: Ausstellungen, Konzerte, Theater- und Tanz-Aufführungen sowie, das meldet die Nachrichtenagentur dpa, „sportliche und wissenschaftliche Aktivitäten“. Die erste Weltumrundung nahm im August 1519 in Sevilla ihren Anfang. Im Auftrag der spanischen Krone und unter Leitung des Portugiesen Ferdinand Magellan galt es, den Seeweg zur pazifischen Inselgruppe der Molukken zu finden, wobei man gen (Süd-)Westen segelte und gewissermaßen den Beginn der Globalisierung markierte. Was für eine Tat, welch ein Gedenkanlass! Irgendwo am Rande findet sich sicher auch ein Hinweis darauf, dass Magellan unterwegs ums Leben kam – und von den fünf aufgebrochenen Schiffen nur eines zurückfand. Thomas Groß