Zeitzeichen

Greta, Nissan und Morpheus

Wir haben es ja immer schon gewusst, trauten es uns aber in Zeiten von klimabewegten „Fridays for Future“-Protesten nicht auszusprechen: Der gute, alte Verbrennungsmotor war gar nicht so schlecht. Das bestätigt jetzt der japanische Autohersteller Nissan (und der muss es ja wissen). Nein, nach Auskunft des Unternehmens war das Positive natürlich nicht der CO2-Ausstoß. Es war – das segensreiche Brummen des Motors. Der habe, so das Unternehmen weiter, eine beruhigende Wirkung auf Kinder. Das führe dazu, dass die lieben Kleinen in einer Benzinkutsche schlummern wie in Morpheus’ Armen. Wie idyllisch …

Mit dem Idyll ist es aber vorbei. Seitdem Greta Thunberg und ihre Jünger uns jeden Freitag aufs Neue aus dem Pkw-Paradies vertreiben wollen. Die Autoindustrie verzichtet daher nun auf ihre brummelnden Dreckschleudern und baut stattdessen Elektromotoren – die sind zwar blitzsauber, aber seelenlos leise. Folge: viele aufgeweckte Kinder, die nicht schlafen wollen. Gut, dass Nissan Abhilfe schafft und Morpheus dahin zurückholt, wo er hingehört: ins Auto.

Der Konzern hat, wie er stolz bekanntgibt, mit einen Sounddesigner ein Wiegenlied komponiert, das an Bord der E-Fahrzeuge elektronische Schlummerklänge mit den beruhigenden Frequenzen eines Verbrennungsmotors verbindet. Nun können Eltern reinen Gewissens (und Auspuffs) mit ihrem japanischen SUV durch die Straßen cruisen, um ihren Sprösslingen was Gutes zu tun. Denn wieder laut Nissan (und die müssen es ja wissen) würden 60 Prozent der Eltern ihre Kinder auf diese Weise durch „Dream Driving“ per Auto in den Schlaf wiegen. Ui, da haben die junge Generation und ihre missratenen Eltern aber eine gehörige Klimaschuld auf sich geladen. Wie lange sie wohl noch freitags demonstrieren müssen, um ihre schlechte CO2-Bilanz zu tilgen? 

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