Zeitzeichen

Gute Laune fährt mit

Archivartikel

Es ist immer interessant, seine Umgebung zu beobachten. Aber besonders interessant ist es, wenn man im Auto unterwegs ist und dabei eine brandneue Platte hört. Dass das Werk des Noch-Geheimtipps Gauche dermaßen viel Bass produziert, dass der Rückspiegel beim ersten Lied schon wackelt, führt dazu, dass man erst einmal die gewohnte Lautstärke etwas herunterdreht. So fährt man also durch die Lande und gewinnt zahlreiche Mitwipper. Bauarbeiter am Straßenrand verwandeln sich anhand der Klänge in ein tanzendes Ensemble. Menschen an der Ampel nicken mit, versuchen gleichzeitig einzuordnen, woher der Schall kommt. In Rück- und Seitenspiegel kann man stehend an der Ampel verschiedenste Reaktionen beobachten: Je fetziger die Lieder werden, desto extremer die Reaktionen der (unfreiwilligen) Mithörer. Jugendliche in klapprigen Kleinwagen drehen sich um, feuern an und geben Zeichen, die Lautstärke noch weiter aufzudrehen.

Wieder andere sind stille Genießer – so eher die Gattung Mensch, die in Neuwagen namhafter deutscher Fahrzeugbauer unterwegs ist. Auffallend ist, dass es allen Leuten scheinbar gut gefällt. Man erntet viel Lächeln und zustimmende Blicke über den Kontakt durch die Scheiben oder Autospiegel. Den Leuten scheint es zu gefallen. Der Fahrerin auch. 

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