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Karsamstag

Archivartikel

Es ist ein Tag der Ungewissheit, der Karsamstag. Ein Tag des Entsetzens darüber, was Menschen einander antun können – oder gar Gottes Sohn.

Hinter der blindwütigen Meute, die Jesus am Kreuz zu Tode folterte, und dem Unrechtssystem, das Pontius Pilatus ins Werk setzte, stand der Wille der römischen Besatzungsmacht, den Juden den Mann zu nehmen, den sie ihren König nannten.

Niemand konnte wissen, dass Jesus auferstehen würde – und die Römer wussten ihrerseits nicht, wie kontraproduktiv ihr Handeln sein würde: Das Christentum entstand, eine Weltreligion mit heute 2,26 Milliarden Anhängern. Neben Jerusalem – dem Ort von Jesu Tod – wurde Rom – die Heimat seiner Mörder – zum Zentrum des Christentums.

Und so hoffen Christen am Karsamstag auf beides: auf Auferstehung der Toten und eine Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.

Florian Lim