Zeitzeichen

Marmor, Stein und Metal

Eine nahezu perfekte Rockshow haben Metallica Mitte Februar in der Mannheimer SAP Arena abgeliefert. Gehakt hat es eigentlich nur in einem Moment ein wenig: Als Gitarrist Kirk Hammett und Bassmann Robert Trujillo nach ihren Soli in der Konzertmitte als deutschlandspezifisches Schmankerl den Scorpions-Hit „Rock You Lika A Hurricane“ anspielten, blieb die Reaktion des Publikums relativ verhalten. Gut, es wurde etwas mitgesungen. Aber ganz offensichtlich nicht mit der stolzen Inbrunst, die die Musiker erwartet hatten. Es hat sich offensichtlich nicht bis in die USA herumgesprochen, dass das Verhältnis puristischer deutscher Metal-Fans zur kommerziellen Phase der Hannoveraner Hardrocker nicht komplett euphorisch ist. Gelinde gesagt.

Wie lernfähig Metallica sind, zeigt sich jetzt auf ihrem YouTube-Kanal eindrucksvoll: Ein Ausschnitt aus dem zweiten Konzert der Thrash-Metal-Ikonen in Stuttgart dokumentiert, wie sich Trujillo radebrechend durch Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ singt – und selbst das schwäbische Publikum so donnernd euphorisch einstimmt, dass die Wände der Schleyerhalle wackeln. Eigentlich logisch: Marmor, Stein und Metal – das passt halt. Jörg-Peter Klotz