Zeitzeichen

Museumsklima

Von Klima ist heutzutage vor allem im eigentlichen Sinne die Rede – im Sinne von Weltklima, dessen Wandel und der Erderwärmung, die es zu begrenzen gilt. Zudem ist sehr oft davon die Rede. Alles Andere hat weniger Aussicht, erörtert zu werden – ausgenommen in Maßen jene klimatischen Dinge, die sich im übertragenen Sinne vollziehen, etwa das schlechte, gar vergiftete Gesprächsklima in Internetforen.

Und wo bleibt die Kultur? Wer sie nur für schmückendes Beiwerk oder eine kompensatorische Maßnahme hält, um den Ernst des Lebens kurzweiliger zu machen, mag sich derzeit bestätigt sehen. Die Institutionen der Kultur wollen sich indes damit nicht begnügen und üben Selbstkritik, nämlich an ihren Klimaanlagen. Direktorinnen und Direktoren führender Museen fordern von der Staatsministerin für Kultur „eine Taskforce, die sich den klimapolitischen Herausforderungen in Museen und öffentlichen Ausstellungshäusern widmet“. Ganz praktisch klingt das. Nur die Weltkunstschau aus Kassel will noch mehr und bringt Inhalte ins Spiel: Der Klimaschutz werde ein wichtiges Thema der documenta 15 im Jahr 2022 werden, lässt sie wissen. Angesichts der dort schon zuletzt demonstrierten Offenheit für alle Belange der Weltgesellschaft muss einen das nicht wundern.