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Panini-reif

Archivartikel

Superlative in Serie schreibt die Hamburger Elbphilharmonie: Seit Eröffnung im Januar 2017 haben mehr als zwei Millionen Besucher Konzerte im Neubau besucht. „Die Auslastung im Großen Saal liegt nach wie vor bei praktisch 100 Prozent“, sagte Intendant Christoph Lieben-Seutter gestern. Grund genug, dem neuen Wahrzeichen der Hansestadt ein eigenes Panini-Album zu widmen. Was bisher weitgehend Profi-Fußballspielern, Stadionfotos und Vereinswappen vorbehalten war, passiert nun mit diversen Perspektiven auf die Architektur des Konzerthauses, Bildern seiner Vorgeschichte als Kaffeespeicher und von Hamburger Komponisten: 184 Motive können gesammelt, getauscht oder in ein faktenreiches Album geklebt werden.

Dass „Elphi“ in eine Fußballdomäne Einzug hält, ist angesichts von letztlich 886 Millionen Euro Baukosten nur konsequent. Schließlich ist es nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Milliardendeal auf dem überhitzten Transfermarkt. Mit 222 Millionen ist der bislang teuerste Profikicker Neymar da fast ein Schnäppchen. Trotz Wasser- und Schimmelschäden wirkt die Elbphilharmonie aber wesentlich standfester als der bei kleinsten Berührungen zu Nahtoderlebnissen neigende Brasilianer. Und treu wie Uwe Seeler wird sie auch nicht so schnell irgendwelchen Scheich-oder Oligarchen-Millionen hinterherlaufen. Jörg-Peter Klotz