Zeitzeichen

Pilz im Glück

Gustav heißt er, mit Nachname Gans, ist aber eher ein Gänserich oder Ganter. Vor allem ist er eine Comicfigur und als solche ein Vetter des viel bekannteren Donald Duck, des Erpels in den Bildergeschichten, die im Ort Entenhausen zu lokalisieren sind. Ob sich Gans und Ente in biologischer Hinsicht zueinander wie Cousins verhalten, ist hier nicht weiter zu erwägen. Wichtiger scheint Gustavs Beiname: Man apostrophiert ihn als „Glückspilz“, eine Eigenschaft, die das verwandtschaftliche Verhältnis zu Donald eher ferner erscheinen lässt, weil der gerade als Pechvogel gilt. Als solcher ist er aber eher ein Federvieh als die mit einem Pilz assoziierte Gans. Übrigens ist im Cartoonsektor ein weiterer „Glückspilz“ präsent, nämlich Sven, ein guter Freund des Wikingers Hägar, der zu Unrecht den Beinamen „der Schreckliche“ trägt. Ist das nicht genug verkehrte Welt? Man beachte auch, dass ausgerechnet der giftige Fliegenpilz als Glückssymbol gilt und der „Glückspilz“ deshalb so heißt, wie er heißt. Es ist mit dem Glück wirklich ein merkwürdig Ding.

Nun ist wieder von einem „Glückspilz“ die Rede, da ein Lottospieler aus der Eifel 4,3 Millionen Euro gewonnen hat. Ob er sie auch verdient? Die Mutmaßung sei erlaubt, dies treffe auf einige uns nahestehende Menschen viel eher zu. Aber vielleicht haben die ja irgendwann das nicht zuletzt aus der Sprache der Sportberichterstattung bekannte Glück des Tüchtigen – eine andere Form des Glücks, wie es scheint. Die Frage, ob ein einfacher, hier und dort schnell sprießender Pilz überhaupt sinnvoll mit Glück in Verbindung zu bringen ist, führt nun endgültig zu weit.