Zeitzeichen

Reizbar

Archivartikel

Das Leben geht einen immer wieder hart an. Und das war schon immer so. Nicht zuletzt braucht gute Nerven, wer vergleichsweise leicht durch dieses Leben kommen will. Wichtig ist es entsprechend, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen, was einem so begegnet, wie beispielsweise unfreundliche Mitmenschen. Darauf hat mit Blick auf Firmenkontakte und schwierige Kunden jetzt erneut die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik hingewiesen. Es leuchtet ein, dass in Zeiten, da Takt und Respekt wieder verstärkt als Fremdwörter gelten und klare Ansagen umso beliebter werden, solche Ratschläge von Belang sind. Das Comedy-Duo Badesalz hat zur Illustration des Zusammenhangs einen Sketch veröffentlicht, der auf einen angeblichen Film mit dem Titel „Gereizt“ hinweist (Kostprobe: „Sag mal, hat’s heut nacht geregnet? – Antwort: Seh ich so aus, du Drecksack?“).

Nicht aufregen, das sagt sich freilich leicht. Und das nicht nur deshalb, weil klassische Mittel zur Beruhigung nicht mehr ohne weiteres zu verharmlosen und praktikabel sind, Tabakkonsum etwa, den man früher in der Werbung dem leicht erregbaren HB-Männchen anempfohlen hat. Dass es erlaubt scheint, sich über gewisse kritische Situationen kurz zu ärgern, auch im Austausch mit Kollegen, gibt die Berufsgenossenschaft immerhin zu. Gelassenheit bleibt ein Ideal und also schwer erreichbar. Manchmal hat man keine Wahl – und soll sie trotzdem nutzen.