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Surrealer Straßenname

Archivartikel

Das Brüsseler Stadtviertel Tour & Taxis, ehemals Industrieanlage um einen riesigen Güterbahnhof im Norden der belgischen Hauptstadt, entwickelt sich zum spannenden Wohnviertel. Die Verwaltung machte nun unter anderem mit einem Wettbewerb auf die Gegend aufmerksam: Die Bevölkerung war aufgerufen, Vorschläge für neue Straßennamen einzureichen. Deswegen dürfen Brüsseler nun im Chemin du Bonheur, dem Weg des Glücks, leben – oder im Chemin d’Un Monde Meilleur, dem Pfad einer besseren Welt. Ein Teilnehmer des Wettbewerbs hat sich an René Magritte, dem großen Surrealisten des Landes, orientiert. Jeder hat wohl dessen Werk „Der Verrat der Bilder“ schon einmal gesehen. Zur Erinnerung: Es zeigt eine Pfeife, unter ihr der Schriftzug: „Ceci n’est pas une pipe“ – das ist keine Pfeife. Damit spielt Magritte darauf an, dass es sich um das Abbild einer Pfeife handelt – nicht um eine echte. Der Künstler ist nun auch im Viertel Tour & Taxis auf surreale Art vertreten: Dort können Menschen in eine Straße ziehen, die – glaubt man dem neuen Namen – keine Straße ist: „Ceci n’est pas une rue“. Anne Jeschke