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Vorsicht bei der Namenswahl

Archivartikel

Die Wahl zwischen Hitler und Lenin haben am 7. Oktober die Bewohner des Dorfes Yungar in Peru bei der Bürgermeisterwahl. Nein, Timur Vermes Roman „Er ist wieder da“ ist nicht Realität geworden, Adolf Hitler und Wladimir Iljitsch Lenin sind nicht von den Toten auferstanden. Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt heißen tatsächlich Hitler Alba und Lenin Rodriguez. Auch hierzulande stößt man auf kuriose Vornamen. Ob bei der Zeugung der Kinder Jack Daniel oder Milka Marie Alkohol beziehungsweise Schokolade im Spiel war, ist nicht bekannt.

Das deutsche Namensrecht schreibt vor, der Name muss als Vorname erkennbar und wenigstens durch einen Zweitnamen eindeutig männlich oder weiblich sein. Auch darf der Name den Träger nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Natürlich sollten Eltern bei der Wahl eines Vornamens vor allem an das Wohl des Kindes denken, das mit dem Namen leben muss. Das haben Vater und Mutter des Jungen Matt-Eagle, der in deutschen Ohren doch wie eine beliebte Partyspeise klingt, wohl eher nicht getan.

Hitler Alba macht sich die Tatsache, dass sein Vater angeblich um den historischen Hintergrund nicht wusste, zunutze und wirbt mit dem Slogan: „Ich bin der gute Hitler.“ Da er schon von 2011 bis 2014 Bürgermeister von Yungar war, werden die Bürger wohl ihre Entscheidung von dem Erfolg seiner damaligen Amtszeit abhängig machen und nicht den Eindruck erwecken, sie würden einem Diktator ihre Stimme geben. Maris Metz