Zeitzeichen

Wünschen

Das kuriose Wesen mit den Wunschpunkten, genannt „Sams“, hat nicht Max Kruse erfunden, sondern Paul Maar. Kruse hat andere bekannte Figuren der Kinder- und Jugendliteratur zum Leben erweckt, das „Urmel aus dem Eis“ zum Beispiel, aber auch vom Wünschen verstand der im Jahr 2015 verstorbene Autor eine Menge. „Ich wünsche mir, dass ich nie das Wünschen verlerne“, hat er geschrieben, denn nur, wer noch Hoffnungen habe, lebe auch. Und Kruse hat zu bedenken gegeben, dass echtes Wünschen nicht mit dem simpleren „Habenwollen“ zu verwechseln sei.

Das besagte Wort hat seinen guten und festen Platz in Max Kruses nun erneut als Buch aufgelegtem „Alphabet der kleinen Freuden“, das Denkanstöße von A (wie Anfragen) bis Z (wie Zärtlichkeit) zusammenfasst. Das letzte Wort ist für ihn das schönste deutsche Wort überhaupt gewesen, davor finden sich nicht zuletzt anregende Gedanken zur Erinnerung und Freundschaft, dem Pfeifen oder Versuchen. Allesamt stehen sie für dasjenige, was Lebensfreude schenkt. Ein Gradmesser für diese aber sei das Wünschen. Keine Frage, dass sich solch ein Buch auch zum Verschenken eignet – ganz gleich, ob es sich nun jemand gewünscht hat oder nicht. Dass Kruse auch große Stücke aufs Lesen hielt, versteht sich wohl von selbst. Thomas Groß