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Kürzlich hatten wir das Vergnügen, als Zeugen, mehr noch – als geladene Gäste ein in diesen Zeiten eher seltenes Familienfest mitfeiern zu dürfen: Ein besonderes Jubiläum, eine veritable „Goldene Hochzeit“ galt es zu würdigen. Grund genug, sich einmal schlauzumachen, was es mit dieser doppelt absolvierten Lebensleistung auf sich hat. Und nachzuschauen, ob die behauptete, 50 Jahre währende Beständigkeit tatsächlich ein solch außergewöhnliches Ereignis darstellt, dass sich nicht nur der Oberbürgermeister, sondern selbst der fern regierende Ministerpräsident zwecks Gratulation schriftlich zu Wort meldeten. Ein Blick in einschlägige Statistiken offenbart einen unaufgeregt beruhigenden Sachverhalt. Bei mehr als 400 000 Jahr für Jahr neu geschlossenen und ebenfalls jährlich um die 200 000 geschiedenen Ehen, drängt sich vielen der Trugschuss auf, beinahe jede zweite Ehe falle durchs Raster der Beständigkeit, werde geschieden.

Schaut man etwas genauer hin, dann zeigt sich, dass immerhin stolze 20 Millionen oder mittlerweile sogar mehr Ehen in Deutschland registriert sind. Gemessen an dieser beeindruckend schwergewichtigen Liebe zur Zweisamkeit, nehmen sich die Scheidungsraten pro anno doch regelrecht harmlos aus: Gerade mal ein Prozent aller Ja-SagerInnen werden irgendwann wortbrüchig. Sie ziehen offenbar – wie böse Zungen manchmal behaupten – „ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende“ vor. Unsere Gastgeber hingegen stehen eisern zu ihrem Wort.

Nur noch zehn Jahre, dann glitzert es bei ihnen diamantenmäßig. Wir hoffen auf eine erneute Einladung und werden rechtzeitig in den statistischen Blättern nachschauen, wie es unsere Landsleute mit dem ehelichen Beharrungsvermögen halten.