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  • Hessen: Schulämter bewerten Schülerstreik als "unentschuldigtes Fehlen"

    Wiesbaden.Der für Freitag (15. März) geplante Klimaschutz-Protesttag der Bewegung "Fridays for Future" hat in Hessen die Diskussion darüber neu entfacht, ob Schüler während der Unterrichtszeit ungestraft demonstrieren dürfen. Während die Staatlichen Schulämter inzwischen mit möglichen Konsequenzen drohen, sprechen sich unter anderem die Lehrer-Gewerkschaft GEW und die Linken im Landtag gegen Sanktionen aus.

    Wie das Kultusministerium am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, haben die Schulämter am Mittwoch die Schulleitungen darauf hingewiesen, dass ein Fernbleiben vom Unterricht "als unentschuldigtes Fehlen zu bewerten und entsprechend zu dokumentieren" sei. "Auch wenn das politische Engagement von Schülern Respekt verdient, so rechtfertigt die Teilnahme an einer Demonstration während der Unterrichtszeit nicht das Fernbleiben vom Unterricht", heißt es in dem Brief, der dpa vorliegt.

    Die Lehrer-Gewerkschaft GEW empfahl, das politische Engagement der Jugendlichen nicht zu sanktionieren. "Das Bildungssystem soll nicht nur Kenntnisse in schulischen Fächern wie Mathematik, Rechtschreibung oder Fremdsprachen vermitteln", sagte Vorsitzende Maike Wiedwald in Frankfurt. Es müsse in der Schule immer auch darum gehen, junge Menschen "an eine mündige Teilhabe an der Gesellschaft heranzuführen".

    Die Linke in Hessen rief Eltern, Lehrer und Schulleitungen dazu auf, sich mit den Schülern zu solidarisieren und an den Demonstrationen teilzunehmen. Die andauernden Streiks seien eine angemessene und notwendige Form des zivilen Protestes, der "gewürdigt und nicht bestraft" gehöre. Der bildungspolitische Sprecher der FDP im Landtag, Moritz Promny, bezeichnete die Meinungs- und Versammlungsfreiheit als "unverzichtbare Freiheitsrechte, die selbstverständlich auch allen hessischen Schülern zuteilwerden".

    Nach Darstellung der Landesschülervertretung können die Schulen jeweils selbst darüber entscheiden, wie sie die Teilnahme der Schüler an den Demonstrationen bewerten. Daher sei es bislang zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen.

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