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  • Lorsch: Kein Welterbefest - Stadt und Ministerium streiten

    Lorsch/Wiesbaden.Die Stadt Lorsch hat die Feiern zum Welterbetag am 3. Juni an ihrem Kloster abgesagt und dafür das Wissenschaftsministerium verantwortlich gemacht. Dieses habe kurzfristig kein grünes Licht für die an dem Tag geplante Erweiterung eines internationalen Klosternetzwerks gegeben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) weist die Vorwürfe zurück. Es gebe zahlreiche ungeklärte Informationen zur geplanten Aufnahme des islamischen Gelehrtendorfs Bantingel aus West-Guinea in das Netzwerk, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Das Gelehrtendorf sei außerdem - im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern des Netzwerks - kein Welterbe.

    Dem "Global Monastic Network" gehören außer Lorsch noch drei andere Klöster in Armenien, der Schweiz und Südkorea an. Mit der Aufnahme des islamischen Gelehrtendorfs gehe es darum, "ein positives Zeichen in einer vom Islamismus bedrohten Region zu setzen und darum, einen historischen Ort zu würdigen, der Bildung gegen Fanatismus setzt", sagte der Welterbestättenleiter in Lorsch, Hermann Schefers.

    "Das Kloster-Netzwerk wird vom Land Hessen verwaltet und verstand sich bisher in erster Linie als Zusammenschluss von Kulturstätten", sagte dagegen Rhein. "Die Unterhaltung konfessioneller Netzwerke fällt nicht unter die Aufgaben des Staates." Dass dies die Planungen des diesjährigen Welterbetages beeinträchtige, liege aber nicht in der Verantwortung des Ministeriums. Der Welterbetag wurde der Stadt zufolge vor 14 Jahren in Lorsch ins Leben gerufen und wird seither bundesweit gefeiert.

     

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