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  • Seelsorge: Probleme der Menschen verschärfen sich in der Corona-Zeit

    Darmstadt.Die Corona-Krise lässt die Probleme von sozial schwachen oder erkrankten Menschen noch deutlicher zu Tage treten. "Das Leiden wird größer", sagte Christiane Rieth vom Leitungsteam der Telefonseelsorge in Darmstadt über die Auswirkungen der Pandemie. "In den ersten Wochen hatten wir mehr zu tun." Jetzt sei die Seelsorge wieder auf dem alten Niveau angekommen. Damit hat sich die Situation aber keineswegs entspannt. Auch in anderen sozialen Einrichtungen fürchtet man noch lange Zeit die Folgen der Krise auch ohne befürchte zweite Welle von Neuinfektionen.

    Alles was vorher schwierig war, sei jetzt noch schwieriger, sagte Rieth. Depressive würden noch depressiver, Einsame würden noch einsamer, trockene Alkoholiker hätten das Trinken wieder angefangen und Angstpatienten würden sich und ihr Umfeld in Pandemie-Zeiten verrückt machen. Sie würden wegen einer Ansteckungsangst mehrfach am Tag eine Corona-Hotline anrufen. Menschen hätten Angst vor dem Job-Verlust und umgekehrt nage an Arbeitgebern die Last, Menschen zu entlassen. Psychisch kranke Menschen brauchen soziale Kontakte. Einsamkeit sei schon immer eines der Hauptthemen gewesen. "Aber das ist jetzt noch krasser. Wir brauchen niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten." Ob auch die Suizidrate steigen werde, könne man erst in geraumer Zeit sagen.

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