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  • Frankenthal: Babymord-Prozess: Angeklagter bleibt in U-Haft

    Frankenthal. Nachdem der Babymord-Prozess in Frankenthal wegen der längerfristigen Erkrankung der Vorsitzenden Richterin geplatzt ist, bleibt der angeklagte Vater weiter in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht in Zweibrücken (OLG) teilte gestern mit, dass die Schwere der Tat sowie die Fluchtgefahr für eine Haftverlängerung sprechen. Der 1. Strafsenat hatte darüber beraten müssen, da sich der Vater des im Mai 2016 getöteten Babys seit mehr als sechs Monaten in Untersuchungshaft befindet, was nur in Ausnahmefällen möglich ist.
    Im Fall des mutmaßlichen Babymörders sind die besonderen Voraussetzungen nach Einschätzung des Oberlandesgerichts aber gegeben. So sei die Hauptverhandlung vor der Erkrankung der Vorsitzenden mit der erforderlichen Beschleunigung geführt worden.
    Wie berichtet, hatte der 33 Jahre alte Vater der kleinen Senna in dem gescheiterten Verfahren bereits gestanden, dass er seine zwei Monate alte Tochter vom Balkon des Mehrfamilienhauses in den Tod stürzen ließ. Allerdings hatte er offengelassen, ob dies absichtlich oder aus Versehen geschehen ist. Die ursprünglich angesetzten acht Termine sind laut OLG zu Beginn realistisch gewesen. Deshalb habe kein Ergänzungsrichter hinzugezogen werden müssen. Geprägt war das Verfahren, das im November 2016 begonnen hatte, indes von juristischem Tauziehen auf vielen Ebenen. So hatte der Verteidiger des Angeklagten, Alexander Klein, unter anderem den psychiatrischen Gutachter sowie die komplette Erste Strafkammer wegen Befangenheit abgelehnt. Die Wiederauflage des Babymord-Prozesses startet am 12. Dezember. (sin)

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