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  • Mannheim: Zinswetten - Angeklagte weisen Vorwurf zurück

    Mannheim. Im Prozess um Millionenverluste durch Zinswetten der Stadt Pforzheim haben die beiden Angeklagten in ihrem Schlusswort den Vorwurf der Untreue erneut mit Nachdruck zurückgewiesen. "Ich habe uneigennützig und mit bestem Wissen und Gewissen gehandelt", sagte die frühere Oberbürgermeisterin der Stadt in Baden-Württemberg, Christel Augenstein (FDP), am Dienstag vor dem Landgericht Mannheim.

    Bei den Geschäften vor etwa zehn Jahren sei die Stadt das Opfer "intransparenter Geschäfte vertrauenswürdiger Banken" geworden. "Es gab keinen Anlass, an den Angeboten zu zweifeln", betonte sie.

    Auch die damalige Stadtkämmerin wies die Vorwürfe zurück. "Nicht einer (in der Verwaltung) hat geglaubt, dass ich etwas anderes im Sinn hatte als das Wohl der Stadt", sagte die Wirtschaftsmathematikerin. "Ich habe immer alles offen kommuniziert."

    Die Anschuldigungen beziehen sich auf Kosten, die durch riskante Finanzgeschäfte zu Lasten der Stadtkasse Pforzheim entstanden waren. 2010 zog der Gemeinderat die Notbremse - am Ende stand ein Verlust von rund 58 Millionen Euro. Inzwischen ist ein großer Teil des Geldes nach Vergleichen mit den beteiligten Banken wieder in der Kasse.

    Nach den Schlussworten unterbrach das Gericht die Verhandlung bis 13.30 Uhr. Dann wurden die Urteile erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert für Augenstein zwei Jahre und vier Monate Haft und für die damalige Kämmerin zwei Jahre und sechs Monate Haft. Die Verteidigung, darunter Anwalt und FDP-Vizevorsitzender Wolfgang Kubicki, nennt die Vorwürfe unbegründet und plädiert auf Freispruch. (dpa)

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