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Nach dem Brand: Am Sonntag wurde Einhausens sanierte Kirche offiziell eingeweiht / Architekt lobt Mut des Kirchenvorstands

Zwei schwierige Jahre enden

Von unserer Mitarbeiterin Jeanette Spielmann

Hell, freundlich und modern: Einhausens Pfarrerin Dr. Katrin Hildenbrand freut sich über Einhausens sanierte Kirche.

© Funck

Einhausen. Es war nicht der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, aber es dürfte der längste und der mit dem besten Besuch gewesen sein. Am Sonntag weihte die evangelische Kirchengemeinde Einhausens ihr saniertes Gotteshaus ein (der BA hat berichtet). Schon seit vier Wochen können die Gemeindemitglieder das Gebäude wieder nutzen, nachdem sie zwei Jahre lang notgedrungen ins Gemeindehaus ausweichen mussten.

Beim Brand am Abend des 19. März 2015 war nicht nur das Gebäude, die Einrichtung, Gesangbücher, Bibel, Orgelpfeifen und der Talar in der Sakristei zerstört worden. Die Gemeindemitglieder haben auch ein Stück ihrer Geschichte verloren. Kaum ein anderer Ort ist mit wichtigen Stationen im eigenen Leben oder dem von Familienangehörigen wie Taufe, Konfirmation, Heirat und Abschied so verbunden, wie die Kirche. Aber, "der Geist Gottes weht unabhängig von einem Gebäude", so Pfarrerin Dr. Katrin Hildenbrand in ihrer Predigt. Und so freuten sich am Sonntag die Gemeinde und ihre Gäste über die "schönen, hellen und freundlichen Räume und eine einladende, moderne Kirche". Und vor allem freute man sich, dass bei dem verheerenden Brand "kein Mensch zu Schaden gekommen ist", so der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Dr. Michael Wörner.

Für den Kirchenvorstand waren es zwei schwierige Jahre, die "uns zum Teil auch an Grenzen gebracht haben", so Wörner. Immerhin kam die Kirchenrenovierung zu den normalen Aufgaben hinzu - das habe dem als Bauherr unerfahrenen Gremium viel Zeit abverlangt. Pfarrerin Hildenbrand dürfte sich ihren Amtsantritt im Probedienst zum 1. Juni 2015 ebenfalls anders vorgestellt haben. Erst wenige Tage vor dem Brand, sei man zusammengekommen, um die neue Vikarin vorzustellen, erinnerte Dekan Arno Kreh in seinem Grußwort. Doch bereits am darauffolgenden Sonntag beim ersten Gottesdienst im Gemeindehaus, war die damals noch nicht amtierende Pfarrerin vor Ort und brachte ihre Unterstützung zum Ausdruck.

Weitere Geschenke

Pfarrer Klaus Rein von Einhausens katholischer Gemeinde St. Michael brachte ein Bronze-Relief des "Sämanns" mit.

Grüße und eine finanzielle Zuwendung überbrachte Ingo Bettels, Vorsitzender der Gemeindevertretung, für den verhinderten Bürgermeister.

Pfarrer Renatus Keller von der evangelischen Gemeinde in Lorsch hatte als Geschenk nicht nur "den Zehnten" der Lorscher Gemeinde mitgebracht (bei 2767 Gemeindemitgliedern waren das 276,70 Euro), sondern auch einen als Bild gerahmten Text von Christoph Zehendner. Der Journalist und Theologe beschreibt darin die Kirche als besonderen Raum, in dem der Frieden wohnt und in dem er gern zu Gast ist. js

Für fröhliches Lachen in der Kirche sorgte einmal mehr der Schwanheimer Pfarrer Hans-Joachim Greifenstein. Er hatte festgestellt, dass Einhausen sozusagen die Tochtergemeinde von Schwanheim ist, denn der Erwerb des ehemaligen Fabrikgebäudes, das zur Kirche wurde, erfolgte durch die Kirchengemeinde Schwanheim, da die Einhäuser Gemeinde damals noch nicht unterschriftsberechtigt war. "Das gehörte alles uns", so Greifenstein mit Augenzwinkern. Aus Schwanheim gab's ein Gemälde der Kirche als Geschenk. "Wenn was ist, sagt Mama Bescheid", so die Botschaft.

Unterdessen danke Wörner dem Bensheimer Künstler Siegfried Speckhardt. Er hat nicht nur die Altarwand künstlerisch gestaltet und mit dem von ihm geschenkten Kreuzungsbild im Vorraum eine optische Achse zum Altarraum geschaffen. Speckhardt habe den Kirchenvorstand "an die Hand genommen" und auch die Prinzipalien mit Altar, Kanzel und Taufbecken gestaltet, was die Kirche auf Dauer präge. Solidarisch zeigte sich auch die Geschäftswelt, erinnerte Wörner auch an ein Crowdfunding-Projekt.

"Der Vorstand hat Mut bewiesen", stellte Architekt Arno Klinkenberg fest. Der Kirchenvorstand sei bereit gewesen, die Frage, wodurch sich ein sakraler Raum auszeichne, neu zu denken. Es sei wichtig, mit der Kirche einen Ort der Begegnung zu haben, sagte Gemeindevertretervorsitzender Ingo Bettels, aber die Kirche tue in vielen Bereichen noch viel mehr. An der neuen Kirchenorgel sorgte Matthias Arnold für die passende Musik.

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 21.03.2017

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